Mann stoppt unfallflüchtigen Dorstener an der Tankstelle

Unfallflucht

Ein 39-jähriger Bottroper hat einen Dorstener verfolgt und gestellt, der zuvor einen Unfall hatte. Die Zahl der Unfallfluchten in Dorsten steigt seit Jahren.

Dorsten

, 08.01.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein 39-Jähriger Bottroper stellte sich einem Unfallflüchtigen in den Weg, als der gerade von der Tankstelle an der Gladbecker Straße Richtung Kirchhellen fahren wollte.

Ein 39-Jähriger Bottroper stellte sich einem Unfallflüchtigen in den Weg, als der gerade von der Tankstelle an der Gladbecker Straße Richtung Kirchhellen fahren wollte. © Robert Wojtasik

Ein 39-jähriger Bottroper hat am Montagvormittag möglicherweise eine Unfallflucht an der Straße Vosskamp verhindert. Der Mann stellte sich einem 72-jährigen Dorstener in den Weg, als der in unmittelbarer Nähe des Unfallortes von einer Tankstelle auf die Gladbecker Straße in Richtung Kirchhellen abbiegen wollte.

„Der Fall läuft erst mal als Verkehrsunfallflucht“, sagte Michael Franz von der Pressestelle des Polizei Recklinghausen. Zwar habe der 72-Jährige angegeben, sich nicht böswillig vom Unfallort entfernt zu haben. „Aber das muss jetzt erst mal alles bewertet werden“, so Franz. „Es besteht der Verdacht der Unfallflucht.“

Laut Polizeiangaben parkte der 72-Jährige sein Auto rückwärts aus und kollidierte dabei in der Fahrbahnmitte mit dem Wagen einer 52-jährigen Dorstenerin, die ebenfalls rückwärts ausparkte. Es entstand Sachschaden in Höhe von 1000 Euro. Die Schuldfrage ist nun unter anderem Gegenstand der Ermittlungen.

Aufklärungsquote unter 50 Prozent

Die Zahl der Unfallfluchten in Dorsten steigt seit Jahren. 2015 gab es 351 Fälle, ein Jahr später waren es 421 und im Jahr 2017 meldete die Polizei 481 Fälle. Weniger als die Hälfte der Fälle konnten aufgeklärt werden. Zahlen für 2018 veröffentlicht die Polizei in den kommenden Wochen im Rahmen der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik.

„Offensichtlich hat die Bereitschaft, nach einem Unfall seine Beteiligung anzuzeigen, in den letzten Jahren bei vielen Menschen deutlich abgenommen“, sagte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen Ende November anlässlich der Vorstellung eines neuen Konzepts der Polizei Recklinghausen zur Bekämpfung von Unfallfluchten.

Briefkästen sollen Zeugenhinweise erleichtern

Zentrales Element dieses Konzepts sind sogenannte „Zeugenbriefkästen“, in denen Unfallzeugen unkompliziert Hinweise auf flüchtige Personen oder Fahrzeuge hinterlegen können. Die Briefkästen wurden zunächst auf Parkplätzen größerer Geschäfte in Recklinghausen, Marl, Castrop-Rauxel und Bottrop aufgestellt, da es dort laut Polizei zuletzt zu verhältnismäßig vielen Unfallfluchten gekommen ist.

In Dorsten hat die Polizei nach eigenen Angaben bislang keine Örtlichkeiten ausgemacht, an denen sich Unfallfluchten auffällig häufen. Deshalb sind im Stadtgebiet vorerst auch keine Zeugenbriefkästen geplant.

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