Media-Markt: Betonschalen statt hochwertiger Glasfassade

Baupläne geändert

Da hat der Media-Markt die Dorstener Politik und Verwaltung doch etwas über den Tisch gezogen: Statt mit der zugesagten Glas-Fassade will der Elektronik-Großhändler sein neue Filiale neben dem Dorstener Busbahnhof mit den simplen und normierten Betonschalen verkleiden.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 05.09.2012, 14:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Media Markt ohne Glasfassade.

Media Markt ohne Glasfassade.

"Eine bittere Pille, die wir leider schlucken müssen", erläuterte Dezernent Holger Lohse am Dienstag in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. „Gerade hier im Bahnhofsumfeld wollten wir eigentlich keine Beliebigkeitsarchitektur haben.“Die neue Entwicklung sei nicht erfreulich, so Lohse, zumal Media Markt-Projektleiter Klaus Weber bei den Verhandlungen immer wieder versprochen habe, das Gebäude mit der hochwertigeren Fassaden-Variante auszustatten.Ablehnung

Thomas Boos (FDP), dessen Partei den Media-Markt an diesem Standort von vornherein abgelehnt hatte, zeigte sich über das Verhalten des Elektronik-Riesen nicht sonderlich erstaunt: „Wir sind aber nicht bereit, das hinzunehmen.“ Er wollte von der Verwaltung wissen, ob diese den üblichen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor abgeschlossen habe oder lediglich „im guten Glauben gehofft“ habe, „dass der Konzern das alles schon so wie angekündigt macht“ – eine Frage, der sich die übrigen Parteien anschlossen.Beratungen Stefan Risthaus (CDU) erinnerte sich, dass man sich im Vorfeld lange über die Fassade unterhalten habe. „Eigentlich wollten wir die doch in einem Vertrag gefasst haben.“ Es sei richtig, dass das Thema 2007 Gegenstand der Beratungen gewesen war, so Dezernent Holger Lohse. Allerdings: „Die Verwaltung hat damals keinen Auftrag der Politik bekommen, die teure Fassaden-Variante rechtlich bindend zu verankern.“Vertrag Natürlich habe die Stadt, so Lohse, einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, der habe verkehrliche Dinge wie zum Beispiel die Anbindung an den ZOB zum Gegenstand gehabt, aber nicht die Fassade: „Deswegen haben wir keine rechtliche Handhabe.“ Er verwahrte sich dagegen, dass die Politik die Verwaltung zum alleinigen Buhmann mache. „Wir haben nicht auf einem nassen Lappen geschlafen. Wir haben das alles gemeinschaftlich so ausgehandelt, bevor der Bebauungsplan beschlossen wurde.“

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