Coronavirus: Mehrere Lehrer von zwei Privatschulen in Dorsten sind infiziert

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An zwei benachbarten Privatschulen in Dorsten sind mehrere Lehrer am Coronavirus erkrankt. Die Schulen haben umgehend reagiert. Das Gesundheitsamt testet nicht weiter, sondern telefoniert.

Wulfen

, 25.03.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 200 Familien haben in den letzten Tagen einen Anruf des Kreisgesundheitsamtes bekommen. Die Fachleute wollten wissen, wie es den Schulkindern geht, ob sie Krankheitssymptome zeigen.

Vier Lehrer positiv, außerdem mehrere Verdachtsfälle

Der Anlass für die Umfrage: An der Montessori-Grundschule im Dorstener Stadtteil Wulfen sind mittlerweile vier Lehrerinnen und Lehrer, die an dieser Privatschule „Lernbegleiter“ heißen, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat Schulleiter Steffen Dederer auf Anfrage bestätigt. „Auch ein Kind ist erkrankt, außerdem gibt es im Kollegium weitere fünf Verdachtsfälle. Da liegen die Ergebnisse noch nicht vor.“

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An der Montessori-Reformschule (120 Schüler), die sich mit der Grundschule das Gebäude der ehemaligen Matthäusschule und den Schulhof teilt, ist ein Lehrer positiv auf das Virus getestet worden. „Kurz nach der offiziellen Schulschließung wurde ich darüber informiert. Dem Kollegen geht es zum Glück wieder gut“, sagte Schulleiterin Susanne Schulte.

Erkrankungen erst nach Schulschließung bestätigt

An der Grundschule (104 Schüler) wurde die erste Erkrankung am Dienstag vergangener Woche (17. März) bestätigt, also ebenfalls zu einem Zeitpunkt, als es dort keinen Unterricht mehr gab. In den folgenden Tagen kamen weitere Erkrankungen hinzu. Über den Ursprung der Infektion hat Steffen Dederer nur vage Informationen. „Im privaten Umfeld der Frau eines Kollegen soll es einen positiven Fall gegeben haben. Aber das ist weit weg von Dorsten.“

Steffen Dederer leitet die Montessori-Grundschule in Wulfen.

Steffen Dederer leitet die Montessori-Grundschule in Wulfen. © Jennifer Uhlenbruch (A)

Der Leiter der Grundschule hat nach eigenen Angaben sofort Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen, obwohl die streng genommen gar nicht zuständig ist für die Privatschule. „Ich war mir mit Bürgermeister Tobias Stockhoff und Dezernentin Nina Laubenthal aber schnell einig, dass es das Beste sei, die Notbetreuung zunächst auszusetzen“, sagte Dederer.

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Verwirrende Zahlen

In Dorsten waren bis Mittwochnachmittag 45 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Das sind aber sehr wahrscheinlich nicht nur aktuell erkrankte Personen. Das Gesundheitsamt addiert die Fälle auf, weist aber die Menschen, die wieder gesund sind, separat aus. Im Kreis Recklinghausen waren es am Mittwochnachmittag 32 Personen, eine Zahl nur für Dorsten gibt es nicht. „Wir arbeiten daran“, hieß es auf Anfrage.

Die sollte eigentlich am 18. März (Mittwoch) starten, findet aber bis mindestens Ende März nicht statt. An der Reformschule wurde die Notbetreuung „bisher nicht in Anspruch genommen“, betonte Susanne Schulte.

Das Gesundheitsamt hielt sich am Mittwoch auf Anfrage mit Details zu den Fällen zurück. Kreissprecher Jochem Manz bezeichnete es als „ganz normale Maschinerie“, dass alle Eltern beider Schulen telefonisch informiert worden seien, wie sie sich verhalten sollten, wenn es Symptome bei ihren Kindern gäbe. „Um alle zu testen, dafür fehlen uns die Kapazitäten.“

Das hinterlässt zumindest beim Leiter der Montessori-Grundschule ein gewisses Unwohlsein. „Ich hatte natürlich Kontakt zu allen Kollegen. Doch getestet werde ich nicht, weil es mir gut geht. Ich könnte aber trotzdem Überträger des Virus’ sein.“

Steffen Dederer hat sich deshalb selbst eine 14-tägige häusliche Isolation verordnet.

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