„Menschenwürde, Demokratie und Respekt“ sind eine Verpflichtung, Haltung einzunehmen

rnDorstener Konvent

70 Dorstener beteiligten sich am Freitagabend am Dorstener Konvent zu „Menschenwürde, Demokratie und Respekt“ im Foyer der Neuen Schule. Ein Termin steht nach dem Stadtdialog bereits fest.

von Sabine Bornemann

Dorsten

, 28.09.2019, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die meisten der 70 Teilnehmer hatten sich auch im Vorfeld in den jeweiligen Stadtteilkonferenzen an Diskussionen beteiligt, welche Ziele für Dorsten anzustreben sind. Aus allen elf Dorstener Stadtteilkonferenzen lag ein knappes Protokoll dazu vor.

Joachim Thiehoff vom Büro für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport fasste die fünf immer wiederkehrenden Hauptthemen zusammen:

  • Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum - wie kann man diese Werte vermitteln?
  • Angemessenes Sozialverhalten in Wort und Tat contra Verrohung der Sprache vor allem im Internet
  • Stärkung des sozialen Miteinanders - Möglichkeiten zur Teilhabe für alle
  • Was kann ich selber tun?
  • Stärkung der Demokratie durch Zivilcourage und Vorbildfunktion, auch im Verhältnis von Behörden zur Bevölkerung

„Menschenwürde, Demokratie und Respekt“ sind eine Verpflichtung, Haltung einzunehmen

Das renommierte Nodelmann-Quartett spielte zu Beginn und in der Pause ganz im Sinne von WBrückenschlag" virtuose Musik aus dem jüdischen Kulturkreis. © Sabine Bornemann

Alle waren sich einig, dass eine künftige „Dorstener Erklärung“ positiv (Wir stehen für etwas, nicht gegen etwas) und möglichst einfach formuliert sein soll. Das Dokument soll am Ende von Bürgern persönlich unterzeichnet und im Stadtrat verabschiedet werden. Eine längere Diskussion ergab sich über den passenden Titel der Schrift: Ist das eine Erklärung, ein Bekenntnis, ein Appell, eine Selbstverpflichtung? In jedem Fall bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen und eine Haltung einzunehmen.

Ergebnisse aus sieben Arbeitsgruppen

Die Diskussionsergebnisse aus sieben Arbeitsgruppen wurden anschließend wieder dem Plenum vorgestellt. Ein paar ganz konkrete Formulierungen sind dabei „hängengeblieben“ - bildhafte Sätze, und Ausdrücke, die die meisten Teilnehmer als sehr treffend empfanden, zum Beispiel: „Niemand soll einsam sein müssen“. „Jeder kann Teil der Lösung sein“. „Wir möchten uns zusammen wohlfühlen“. „Rechte und Pflichten sollen auf alle sinnvoll verteilt werden“.

Am Ende wurde beschlossen, dass sich fünf bis sieben Interessierte bei Joachim Thiehoff (Tel. 02362/663334) für die Mitarbeit an der endgültigen Ausformulierung des ganzen Dokuments bewerben können. Sollten sich deutlich mehr Personen melden, wird die Teilnahme ausgelost. Der fertige Entwurf kann dann in den Vereinen, Gemeinden und Stadtteilkonferenzen noch einmal besprochen werden - Änderungen sind noch möglich.

Sondersitzung des Stadtrates am 23. Mai 2020

Tobias Stockhoff überraschte zum Schluss mit dem Vorschlag für einen konkreten Termin für eine Sondersitzung im Stadtrat, an dem die Erklärung verabschiedet werden soll: 23. Mai 2020, einem Samstag. Dies ist der Jahrestag, an dem 1949 das Deutsche Grundgesetz in Kraft trat. Dieses Datum soll künftig in Dorsten ein Tag der Erinnerung und der Reflektion über die Erfüllung der selbstverordneten Maßnahmen sein. Denn es ist nicht damit getan, irgendwelche Ziele zu formulieren - sie müssen auch gelebt werden.

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