Für die Filiale an der Lippestraße hat Geschäftsführer Gunselmann große Hoffnung. © Robert Wojtasik
Investor gesucht

Mensing ist insolvent: Was passiert mit dem Dorstener Modehaus?

Die Rettung in Eigenverwaltung hat nicht funktioniert. Mensing ist insolvent. Die Geschäfte bleiben geöffnet, während mit Hochdruck nach einem Investor gesucht wird. Besteht noch Hoffnung?

Mensing ist aus der „Insolvenz in Eigenverwaltung“ in ein Regel-Insolvenzverfahren gerutscht. Das haben die Gläubiger so gewollt, nachdem die im Frühjahr begonnene Eigenverwaltung nicht den gewünschte Effekt gebracht hat. Geschäftsführer André Gunselmann bestätigte am Dienstagabend auf Anfrage, dass alle Mensing-Häuser einschließlich der Mensing-Holding in Bottrop von der Insolvenz betroffen seien.

„Insolvenzverwalter ist der Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Schulte-Kaubrügge“, erklärte Gunselmann, „dem ich bei der Suche nach einem Investor zur Seite stehen werde.“ Derweil bleiben alle Geschäfte offen. Alle Mitarbeiter seien informiert.

Mensing betreibt neben seinem Stammhaus in Bottrop und dem „Flaggschiff“ in Dorsten Modehäuser in Kleve, Wesel, Detmold, Lingen und Rheine.

Velbert und Corona verdüsterten das Frühjahr

Das Haus in Velbert ist bereits Ende April geschlossen worden. Vor allem durch Verluste dort war Mensing in die Bredouille geraten: Die „Stadtgalerie“ war eine Baustelle geblieben, in der sich ein neues Modehaus seiner Kundschaft nicht vernünftig präsentieren konnte. An den anderen Standorten sorgte Corona zeitgleich für geschlossene Geschäfte und fehlende Umsätze.

Trotz der schwierigen Gesamtgemengelage ist André Gunselmann verhalten zuversichtlich: „Die Lage ist nicht hoffnungslos“, sagt der Geschäftsführer, der die Suche nach einem Investor nicht aufgeben will. „Ich habe die Hoffnung, dass wir zumindest einzelne Standorte retten können.“ Er bleibe an Bord, um diese Suche mit Hochdruck zu begleiten.

Große Hoffnung für den Standort Dorsten

Vor allem für den Standort Dorsten blickt Gunselmann hoffnungsvoll in die Zukunft, denn die Lippestadt sei einer der besten Standorte im Unternehmen, der ähnlich wie das Bottroper Haus hervorragend aufgestellt sei. Wenn sich kein Geldgeber finde, der alle Häuser übernehmen wolle, sei auch denkbar, dass ein einzelner Investor zum Beispiel das Dorstener Haus übernehme. Deshalb müssten sich hier auch Kunden und Mitarbeiter keine akuten Sorgen machen.

Gemeinsam mit dem Bottroper Mitinhaber Klaus Lesker hat Gunselmann seit Monaten versucht, Geldgeber zu finden, um das Online-Geschäft voranzubringen, für das eine Eigenkapital-Stärkung notwendig sei. „Die nächsten Wochen“, so fasst Gunselmann die aktuelle Lage zusammen, „werden‘s zeigen.“ Dass Mensing vom Markt verschwindet, erscheint dem Geschäftsführer mindestens so unvorstellbar

wie vielen Kunden, deren Familien dem Unternehmen schon seit Jahrzehnten die Treue halten.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch