Mercaden innerhalb weniger Minuten geräumt: Das steckt dahinter

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Wegen eines Feueralarms mussten die Mercaden am Mittwochmorgen geräumt werden. Im Ernstfall drohen in einem Einkaufscenter komplexe Gefahren.

Dorsten

, 12.06.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 9.33 Uhr drückt Thomas Pienkoß den Alarmknopf. Für den Technischen Leiter und Brandschutzbeauftragten der Mercaden, der auch für andere Einkaufszentren tätig ist, ist so eine Übung eigentlich Routine. Eine gewisse Anspannung ist aber immer dabei. Auch heute.

Die Sirene ertönt. Eine Frauenstimme informiert Mitarbeiter und Kunden über einen technischen Defekt und bittet darum, das Center zu verlassen. Rolltreppen und Aufzüge werden sofort automatisch abgeschaltet. An den Rolltreppen und allen Ausgängen sind Mitarbeiter des Sicherheitsteams der Mercaden positioniert - gut erkennbar an den gelben Warnwesten -, um Anweisungen und bei Bedarf Hilfestellungen zu geben.

Manager kontrolliert, aber alle Shops haben das Center verlassen

Auch Tobias Agthe trägt Warnweste. Der Centermanager steht mit einem Megafon und einem Klemmbrett draußen vor dem Haupteingang, dem Hauptsammelpunkt im Ernstfall. Nach und nach ruft er die einzelnen Shops auf und prüft, ob die Mitarbeiter das Center verlassen haben.

Mercaden innerhalb weniger Minuten geräumt: Das steckt dahinter

Centermanager Tobias Agthe fragt draußen vor dem Haupteingang die einzelnen Geschäfte ab. Die Stimmung ist gelöst, nachdem alle erfahren haben, dass es sich nur um eine Übung handelt. © Robert Wojtasik

Sechs Minuten dauert es, bis rund 60 Mitarbeiter und gut 40 Kunden das Center verlassen haben. Die Mercaden sind geräumt. Einzige Ausnahme: Kaufland. „Der Laden ist zu groß“, sagt Tobias Agthe. Die Übung sei aus Sicherheitsgründen notwendig, aber man wolle den Kunden auch nicht zu viel zumuten. Deshalb führe man die Übung auch morgens durch. Kaufland-Kunden und Mitarbeiter waren über den Probealarm informiert und sammelten sich am Kaufland-Infopunkt.

Im Ernstfall nach 20 Minuten zugeraucht

Sechs Minuten seien „eine super Zeit“, sagt Brandschutzbeauftragter Pienkoß. Nach etwa 20 Minuten sei so ein Einkaufscenter im Brandfall zugeraucht. Wer sich dann noch darin befindet, atmet nicht nur toxische Dämpfe ein, sondern verliert auch schnell die Orientierung, weil er nichts mehr sieht. Und dann spätestens dann bricht häufig Panik aus.

Mercaden innerhalb weniger Minuten geräumt: Das steckt dahinter

Thomas Pienkoß, Technischer Leiter und Brandschutzbeauftragter der Mercaden, drückte um 9.33 Uhr den Alarmknopf. © Robert Wojtasik

„In Panik wollen Leute dann zum Beispiel schnell die Rolltreppen runterrennen“, sagt Pienkoß. „Rolltreppen sind aber keine Fluchtwege.“ Vor allem im Winter oder bei Regen sei die Verletzungsgefahr groß, wenn man mit feuchten Schuhen hastig eine ausgeschaltete Rolltreppe hinunterrenne.

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Centermanager Tobias Agthe ist froh, dass am Mittwochmorgen alles reibungslos gelaufen ist. Die Feuerwehr war eingeweiht, damit sie nicht umsonst ausrückt. „Wir führen eine solche Übung einmal im Jahr durch und erhoffen uns davon vor allem einen Lerneffekt bei den Mitarbeitern in den Geschäften“, so Agthe. „Die sechs Minuten heute waren eine gigantische Zeit.“

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