Schulsozialarbeiterin macht nach Rente weiter: „Es gibt viel zu tun“

rnMigrantenfamilien

Die Augustaschule möchte sie nicht missen. Die Sekundarschule auch nicht: Schulsozialarbeiterin Irena Modler leistet ganze Arbeit. Vor allem in Familien mit Migrationshintergrund.

Dorsten

, 13.07.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Irena Modler hat nur noch ein Jahr: „Dann gehe ich in Rente.“ Die Schulen, aber auch viele Familien in Dorsten, möchten sie nur ungern ziehen lassen, auch wenn ihr der Ruhestand gegönnt wird.

Denn Irena Modler leistet seit Jahren Schulsozialarbeit. Vor allem in Migrantenfamilien. Das kommt den Kindern von zugewanderten Dorstenern zu Gute. In der Augustaschule haben 48 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. In der Sekundarschule sind es 44 Prozent. Ein reiches Aufgabenfeld für die erfahrene Sozialarbeiterin.

„Es gibt noch so viel zu tun“, sagt Irena Modler. Ehrenamtlich wolle sie einzelne Familien und deren Kinder nach der Verrentung weiter betreuen. Ihre Arbeit macht ihr Freude, Modler sorgt dafür, dass Kinder von ausländischen Mitbürgern hier ankommen und den Anschluss in der Schule nicht verlieren.

Vielfältige Problematik in Migrantenfamilien

Die Problematik der Migrantenfamilien ist vielfältig. Abgesehen von der Sprachbarriere - oft dolmetschen die Kinder für ihre Eltern - fehlt in Familien zuweilen die Struktur und die Disziplin, auf die hierzulande Wert gelegt wird. „Manche Kinder fehlen unentschuldigt, einige haben keine Hausaufgaben dabei oder in der Coronazeit nicht das Pensum erledigt, das die Schule verlangt hat“, sagt Modler.

Die resolute Sozialarbeiterin scheut sich nicht, den Familien auf die Füße zu steigen: „Ich fahren unangekündigt zu ihnen.“ Das wirkt. Bislang habe sie so immer einen Fuß in die Tür bekommen.

Modler lobt die Sekundarschule

Als hervorragend bezeichnet Modler die Startphase an der neuen Sekundarschule. Obwohl beinahe die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund hat, „sind die Klassen klein, zwei Lehrkräfte um die Kinder bemüht und auch die Schulsozialarbeit ist gut aufgestellt“. So konnte an der Sekundarschule jetzt ein Kreativprojekt für migrationszentrierte Schulsozialarbeit gestartet werden. „Es ist eine Freude, dort zu arbeiten“, sagt Modler.

Je nach Herkunftsland hat Irena Modler starke Unterschiede in der Motivation der Kinder und ihrer Familien feststellen können. „Kinder aus Syrien werden von ihren Eltern angehalten, tüchtig zu lernen - wenn es irgendwo hakt, sind die Eltern sofort da und erkundigen sich, was sie tun können“, so Modler.

Anders sei das etwa in Familien vom Balkan, die sie seit Jahren betreut: „Diese Familien zeichnen ein starker Zusammenhalt und enge familiäre Bindungen aus, aber ein guter Schulabschluss ist ihnen nicht wichtig.“

Ihre Stärken sieht Irena Modler in der persönlichen Ansprache und der Einzelfallhilfe: „Es ist schön zu sehen, wie gut die Kinder sich entwickeln, wenn die Eltern mitziehen.“

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