"Milch" auf Mühlenteich

Gahlen Eine bislang nicht näher erklärbare Verunreinigung des Gahlener Dorfmühlenteichs hat gestern die zuständigen Behörden beschäftigt.

31.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Marianne Roth informierte gestern Morgen den Gahlener Heimatverein. Sie hatte als Anwohnerin einen weißen Belag auf der Wasseroberfläche beobachtet. Vorsitzender Gustav Ruloff setzte sich wenig später mit dem Ordnungsamt in Verbindung, das sich vor Ort von dem Ausmaß der Verschmutzung überzeugte. Auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern hatte sich eine milchige Schicht auf dem südlichen Teil des Dorfmühlenteiches ausgebreitet.

Peter Latta von der Rufbereitschaft für Öl- und Giftunfälle bei der Unteren Wasserbehörde ist überzeugt, dass die Verschmutzung auf ein pulverisiertes Produkt zurückzuführen ist. Reste fand er auf dem Weg, der von der Kirchstraße über die "Säufzerbrücke" zum Mühlenteich führt. Es wurde offensichtlich in einer Tüte zum Mühlenteich transportiert; die leere Tüte wurde in einem Abfalleimer gefunden.

Peter Latta entnahm zur Beweissicherung zwei Proben, eine von den auf den Wegen gefundenen Reststoffen und eine Wasserprobe mit Materialien, die sich zusehends auf dem Mühlenteich ausbreiteten. Im Anschluss an seine ersten Untersuchungen war er überzeugt, dass es sich "nur um eine optische Verunreinigung" handeln könne. Tote Fische wurden nicht beobachtet, und die Schwäne, die mitten durch die Einleitung schwammen, zeigten ebenfalls keinerlei Reaktion. Im Gahlener Mühlenteich sind Karpfen und Schleien ebenso beheimatet wie Zander, Aale und Weißfische.

Material abgesaugt

Latta informierte die zentrale Kriminalitätsbekämpfung des Kreises Wesel und die Gemeinde Schermbeck. Ordnungsamtsleiter Gerd Abelt und Mike Rexforth als Leiter des gemeindlichen Liegenschaftsamtes entschieden, die Feuerwehr einzuschalten. Der vom Löschzugführer Heinz-Wilhelm Beckmann geleitete Löschzug Gahlen rief den Altschermbecker Löschzug zur Hilfe. Das aufgeschwemmte Material wurde abgesaugt.

Polizei, Feuerwehr und Mitarbeiter des Kreises Wesel waren sich einig: Es muss festgestellt werden, wer was eingeleitet hat. Hinweise nehmen die Gemeinde Schermbeck und der Kreis Wesel ebenso entgegen wie die Polizei. Nach Mitteilung des Kreispressesprechers Gerhard Patzelt wurde das abgeschöpfte Material inzwischen entsorgt. Das Material werde zudem analysiert. H. Sch.

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