Milchbauern ziehen an einem Strang

DORSTEN/SÜDLOHN Landwirt Ludger Hessling ist hochzufrieden mit der Resonanz, die die Lieferstopp-Aktion bei den Milchbauern gefunden hat.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 28.05.2008, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Welle der Solidaritat hat Landwirt Ludger Hessling mit dem Aufruf zur Milchlieferstopp-Aktion erfahren.

Eine Welle der Solidaritat hat Landwirt Ludger Hessling mit dem Aufruf zur Milchlieferstopp-Aktion erfahren.

"Mit 100 Teilnehmern hatten wir gerechnet. Es kamen aber mehr als 300 Leute - der Saal in Südlohn platzte Dienstag Abend bei unserer Versammlung aus allen Nähten.“Der Rhader Landwirt gehört selbst dem Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) an und ist begeistert von der Solidarität unter den Verbandsmitgliedern: „Sie haben sich in unserer Region zu 100 Prozent an der Aktion beteiligt.“ Mehr noch: „Das Telefon steht nicht still. Ständig melden sich Nicht-Mitglieder, die ebenfalls mitmachen wollen, damit die Konzerne einlenken und den Erzeugern endlich gerechte Milch-Preise zahlen.“

Niederländer sichern Unterstützung zu

Die Solidarität unter den Landwirten reiche über Staatsgrenzen hinweg bis nach Holland: „Von dort erreichte uns ein Anruf von niederländischen Landwirten, die uns zu einem Informationsabend einluden, weil sie unsere Aktion unterstützen wollen“, berichtet Hessling, „wir werden heute Abend bei unserem nächsten Treffen in Südlohn festlegen, wer daran teilnimmt.“

Ein Ende ist noch nicht in Sicht

Ein Ende des Milch-Boykotts sei noch nicht in Sicht: „Wir werden solange weiter machen, wie nötig. Erst, wenn akzeptable Preise garantiert sind, werden wir die Molkereien wieder mit Milch beliefern.“ Inzwischen hätten sich bereits so genannte „Spot-Märkte“ gebildet, auf denen Spekulanten den doppelten Preis für Milch bieten. Aber Hessling ist zuversichtlich, dass sich keine Streikbrecher finden: „Von uns lässt sich niemand darauf ein!“

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