Mingas-Power möchte Grubengas absaugen

Kein Fracking im AV-Feld

Bergleute fürchteten das Grubengas wie die Pest. Energieversorger, wie die Steag, sind dagegen heiß darauf. Eine Steag-Tochter, die Mingas-Power, möchte das Feld der Zeche Auguste Victoria nach ihrer Stilllegung am 31.12.2015 ausbeuten.

Dorsten

, 19.08.2015, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mingas-Power möchte Grubengas absaugen

So funktioniert die Wärme- bzw. Stromgewinnung über die Ausbeutung von Grubengas in den Flözen stillgelegter Bergwerke.

Mit dem Methan-Gasgemisch aus den Flözen kann Strom und Wärme erzeugt werden. Die Mingas-Power GmbH verwertet das aus den betriebenen Bergwerken in NRW abgesaugte Grubengas. Mit einer Anlagendichte von derzeit 40 Modulen stellt das  Unternehmen eine elektrische Leistungskapazität von rund 50 Megawatt und eine thermische Leistungskapazität von rund 60 Megawatt bereit und erzeugt damit rund 200 Millionen kWh Strom - das entspricht dem Bedarf von 60.000 Haushalten jährlich.

Eine feine Sache

Dr. Jürgen Fröhlich, Unternehmenssprecher, hält die Gewinnung von Grubengas für eine feine Sache. Und er macht den Unterschied bei der Förderung des Bodenschatzes zum heftig umstrittenen Fracking deutlich: "Fracking wird diskutiert als Verfahren, Kohleflöze aufzubrechen, die noch nicht vom Bergbau aufgebrochen worden sind. Dieses Verfahren setzen wir nicht ein und müssen dies ja aufgrund des bergmännisch erschlossenen Bereiches bei AV auch nicht. Wir saugen das Grubengas aus den Schächten einfach ab.“

Inwieweit Dorsten davon betroffen sein wird, beantwortete Andreas Brandt, der bei Mingas-Power zuständige Projektingenieur, so: „Die Betroffenheit wird kaum spürbar sein. In der Regel stellen wir direkt an der Schachtanlage einige Seecontainer auf, die das Gas aus den Schächten absaugen und verwerten. Es handelt sich um ,dezentrale‘ Energieanlagen, die in Modulen aufgestellt werden.“ Hier erklärt Mingas-Power die Verfahrenstechnik in einem kurzen Video.

Noch ist gar nichts spruchreif: Mingas-Power hat bei der oberen Bergbaubehörde Bezirksregierung Arnsberg beantragt,  den Bodenschatz nach der Stilllegung des Bergwerkes am 31.12.2015 ausbeuten zu dürfen. Noch ist nichts spruchreif, doch der Umwelt- und Planungsausschuss wird  Dienstag, 25. August, 17 Uhr, in seiner nächsten Sitzung im Rathaus an der Halterner Straße 5 mit den Absichten des Energieversorgungsunternehmens beschäftigen, die Rechte auf das AV-Feld für seine Zwecke zu beanspruchen.

Bloß kein Fracking

Dorsten sitzt mit im „Förderkorb“, weil etwaige Förderanlagen hier aufgestellt werden könnten. Die Verwaltung hat im Vorfeld allerdings klar gemacht, „dass sie lediglich die Förderung von Kohlenwasserstoffen aus konventionellen Lagerstätten (Grubengas) erlaubt“. Fracking hat sie ausdrücklich ausgeschlossen.  

Mingas-Power versteht sich als „Grubengasverwerter“, als Unternehmen, das durch seine Aktivitäten alternative Energiequellen erschließt und gleichzeitig verhindert, dass die Treibhausatmosphäre durch austretendes Methan weiter angeheizt wird. Das Grubengas selbst, so Pressereferent Dr. Fröhlich, wird an Ort und Stelle in Strom und Wärme umgewandelt und in die regionalen Versorgungsleitungen eingespeist. „Es sind keine Probebohrungen notwendig“, betont er. Wegen des Treibhausgasminderungseffekts hat der Gesetzgeber das Grubengas in das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) aufgenommen und die Gewinnung wird gefördert.

 

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