Mit allen Wassern gewaschen

Gahlen Regen, nichts als Regen. Hat dieser Sommer für die Camping-Freunde auch etwas anderes zu bieten?

04.07.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den Gahlener Campingplätzen herrscht tote Hose. Wo sich sonst die Fahrräder, Klappstühle und Spielzeug-Bagger ansammeln, sind jetzt nur große Pfützen und Matsche zu finden. Allein der Campingplatz Syberg an der Ortsgrenze zu Östrich scheint einen Hauch von Leben zu bergen.

«Das ist ein Sommer. Sogar die Hartgesottenen haben ihre Koffer gepackt und sitzen lieber vor ihren warmen Heizungen im Trockenen», erzählt Karin Strauch, Pächterin des Platzes. Die jährlichen Durchgangscamper und Holländer seien bis jetzt völlig ausgeblieben und auch sonst sei nicht viel los, wie auch Platzwart Walter Neuer (Foto) bestätigt.

Glücklicherweise sind die meisten Camper auf dem Sybergplatz Dauercamper und so musste Betreiberin Karin Strauch bis jetzt keine größeren Umsatzeinschränkungen verbuchen. Trotzdem tut es ihr für ihre Gäste leid. «Die haben sich einen schönen Urlaub am Kanal erhofft und jetzt sowas.»

Nicht mehr als ein Dutzend Leute campen im Moment trotz schlechten Wetters auf dem Syberghof. Vom Trübsal blasen sind sie jedoch weit entfernt. «Wir sind doch keine Schönwetter-Camper!», sagt Detlef Walther. «Es gibt immer etwas zu tun und mir, meiner Frau und unseren Kindern gefällt es auch so.» Dem gelernten Gärtner macht es Spaß, seine Zeit in der Natur zu verbringen oder seine Wand des Mobil-Heims mit BVB Fanartikeln zu verkleiden.

Filme mitgebracht

Da sei es egal, ob es regne oder nicht. «Wenn wir nur schönes Wetter wollten, würden wir auch nicht campen. Das ist nicht der Sinn der Sache», erklärt das Ehepaar aus dem Ruhrgebiet, das nun schon seit neun Jahren hierher kommt. Ein paar Ecken weiter toben die Kinder der Camper auf dem Spielplatz. Trotz Regen haben sie immer Spaß und für alle Fälle vorgesorgt. «Ich habe ganz viele Filme für die regnerischen Tage mitgebracht. Dann wird es einem nicht langweilig», erzählt Cheryl Juraschka.

Ansonsten würde sie auch gerne Yu-Ghi-Oh oder Nintendo DS spielen. Trotzdem geben die Kinder zu: «Letztes Jahr war es besser.» So hoffen sie nun auf den nächsten Sommer mit mehr Kindern als Spielkameraden.

Luft hier viel besser

Denn wie Walter Neuer berichtet, seien es meist Senioren, wie das Ehepaar Kemp, die bis jetzt zum Campen gekommen sind. Seit 1991/92 kommt das Ehepaar aus Dinslaken von Mitte April bis Ende Oktober nach Gahlen und genießt den Aufenthalt stets aufs Neue. «Die Luft ist hier einfach viel besser», findet Leonore Kemp. Man könne spazieren gehen, nach Dorsten fahren und seine Freizeit einfach so gestalten, wie man wolle. Dies sei auch mit der Hauptgrund, wieso sie regelmäßig kommen.

Gemütlicher

Der Regen stört sie nicht, denn auch zu Hause würden sie dann nur im Haus sitzen. «Hier hat man dann noch eher die Chance, mal kurz rauszugehen. Und: Auf dem Campingplatz ist es doch viel gemütlicher.» aks

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