Mit dem Elektro-VW-Bulli auf Tour

Rallye vom 12. bis zum 21. Juni

Stephan Thiemann hat noch nie an einer Rallye teilgenommen. Im Juni will er das ändern – und zwar bei der größten Elektrofahrzeug-Rallye der Welt - mit einem umgebauten VW Bulli aus dem Jahr 1979.

DORSTEN

, 26.05.2015, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit er teilnehmen kann, haben rund 30 Dorstener an einem Elektro-Testfahrzeug herumgeschraubt – und sich damit neue Wege fernab der Rallye-Strecke eröffnet.

Der Mann, der sich vom 12. bis 21. Juni der World Advanced Vehicle Expedition (WAVE) stellen will, ist Werkstattmeister bei der Dorstener Arbeit. Sein Beifahrer: Michael Prinz, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerschaft im Bistum Münster.

Los geht das Abenteuer im sächsischen Plauen, das Ziel liegt in St. Gallen. Täglich wird es einen Wettbewerb geben. Wer ist der Schnellste im Slalom? Und wer ist in den Augen hunderter Schüler der Populärste? Letztlich, sagt Thiemann, gehe es ihm weniger um die Platzierung als darum zu zeigen, was junge Menschen leisten können, die der Arbeitsmarkt eigentlich schon abgeschrieben hat. „Aber gewinnen wäre natürlich schon schön.“

Nicht das erste Vorzeigeexemplar

Der VW Bulli ist dabei nicht das erste Vorzeigeexemplar, das junge Dorstener, die bei der Arbeitssuche Unterstützung brauchen, unter Thiemanns Anleitung restauriert haben. Die Vermittlung in Lehrstellen und Arbeitsplätze aus der Werkstatt sei ungewöhnlich hoch, sagt Jürgen Erhardt, Geschäftsführer der Dorstener Arbeit. „Das funktioniert so gut, weil Autos fassbare Produkte sind. Weil die Oldtimer nicht nur unsere Leute begeistern, sondern auch Ausbildungsbetriebe, die Chancen geben wollen.“

Das Fahrzeug, das für die Dorstener Arbeit bei der WAVE-Rallye antritt, ist ein VW Bulli der Baureihe T2. Der Kleinbus war bereits 1979 in einer kleinen Testserie mit einem Elektroantrieb ausgestattet worden (900 Kilo Batterien, Spitze 75 Stundenkilometer, Reichweite 75 Kilometer). Die technische Runderneuerung ist zeitgemäß: Aus 900 wurden 600 Kilo Batterien, die Spitzengeschwindigkeit stieg auf Tempo 130 und die Reichweite auf 300 Kilometer. Gerade hat der aufgemöbelte Bulli die Straßenzulassung vom TÜV erhalten und erste Testfahrten absolviert.

Ausbildungsplatz-Suche

Jasmin Burdack (25), die zwei- bis dreimal die Woche an der Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen hat und eine Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin sucht, ist stolz auf das Ergebnis. Was das Projekt auszeichnet? „Man gewinnt Fachkenntnisse, lernt aber auch viel über Teamwork und Vertrauen.“

Weil der Bulli quasi in Schalker Farben lackiert wurde, hat er während der WAVE 2015 einen ganz besonderen Paten: Olaf Thon, Schalke-Legende und Weltmeister im Jahre 1990. „Ich finde es toll, was junge Leute hier geleistet haben und drücke ganz fest die Daumen, dass die Piloten heil ins Ziel kommen.“ Nach der Teilnahme an der WAVE 2015 wird der Elektro-Bulli als „Job-Mobil“ werbend für das Jobcenter des Kreises Recklinghausen unterwegs sein. Während der Rallye soll es einen Blog mit tagesaktuellen Infos, Bildern und Berichten geben: http://da-et2-wave 2015.blogspot.de

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