Mittelalterliche Zeitreise in der Altstadt

Gelungener Hansetag

Das Hansetag in Dorsten ist erwachsen geworden. Am Samstag konnten die Besucher der Altstadt eine Reise ins Mittelalter antreten - und viele mittelalterliche Handwerker und Angebote machten die Zeitreise zu einem Vergnügen.

Dorsten

, 17.05.2015, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

 „Mama, warum haben die so alte Sachen an?“ Besonders bei den kleinen Besuchern des 12. Hansetages in Dorsten erregten die mittelalterlichen Gewänder der Mitwirkenden großes Aufsehen. An vielen Ständen auf der Recklinghäuser Straße lebte Dorstener Geschichte und die Mode des Mittelalters wieder auf. Traditionelles Handwerk, das heute kaum noch bekannt ist, stellte sich vor: Der Seiler, der Buchbinder, der Steinmetz, der Öllampenbauer. Beim „Kleinen Hanserundgang“ durch die Dorstener Altstadt gab es Relikte aus der Blütezeit Dorstens als Hansestadt zu entdecken.

ber 400 Jahre lang hat die Hanse Wirtschaft, Handel und Politik im nördlichen Europa mitbestimmt und mitgestaltet, bis sie Mitte des 17. Jahrhunderts ihre Bedeutung verlor. Der 1980 neu gegründete Hansebund will alte Traditionen aufleben lassen und am Hansetag die Geschichte der Mitgliedsstädte wieder lebendig werden lassen.

Bernstein-Wodka

So auch am Samstag in Dorsten. Viele Bürger, die ihre Wochenendeinkäufe erledigten, nutzten die Gelegenheit ein Stück Dorstener Geschichte zu „tanken“. Und wo kann man besser damit beginnen als am Stand der Stadtinfo, wo Schmalzbrote, Schwarzbrote mit lettischen Sprotten, Bierbowle, Bernstein Wodka und Kräuterschnaps warteten. Die aus dem Mittelalter überlieferten Rezepte für den Dorstener Ratskuchen wurden überarbeitet, so dass er in diesem Jahr zu einem echten Publikumsrenner wurde.

Ein Highlight am Platz der Deutschen Einheit war der „Dorstener Flieger“. Im Mittelalter war Dorsten als Schiffsbaustadt bekannt. Der Dorstener Flieger war im 18. Jahrhundert ein Beiboot der „Dorstener Aak“, einem Plattbodenschiff, in Dorsten entwickelt, das besonders auf die geringe Fahrtiefe in der Lippe ausgerichtet war. Gebaut wurde der „Dorstener Flieger“ im Rahmen einer Maßnahme für Arbeitslose und Arbeitsplatzsuchende im Auftrag des Jobcenters der Stadt Dorsten. Ein Stand informierte über das Projekt „Dorstener Aak“. Mittelalterliche Klänge gab es in der St.-Agatha-

Kirche zu hören. Kantor Dr. Hans-Jakob Gerlings spielte Orgelmusik aus den Städten der Hanse. Der Heimatverein Wulfen stellte die verschiedenen Arbeitsgänge zur Verarbeitung von Flachs vor.

Mittelalterliche Flechten

Beim Friseur „A-Haar-Effekt“ konnte man beim Entstehen einer mittelalterlichen Flechtfrisur zuschauen. Auch die Altstadtschützen waren mit einem Stand vertreten. Ihre Vereinsgeschichte ist eng mit der Geschichte Dorstens als Hansestadt verbunden. 1487 wurden die Altstadtschützen als Bürgerwehr gegründet. Zur gleichen Zeit blühte der Handel, die Holzwirtschaft und der Schiffbau in Dorsten auf.

Der Hansetag ist erwachsen geworden. Waren es vor zwei Jahren noch drei Stände vor der Stadtinfo, so war am Samstag an rund 15 Ständen Dorstener Geschichte zu erleben. Neben den zahlreichen Dorstener Vereinen und Handwerksbetrieben machten auch die DIA-Händler und der Wochenmarkt mit, indem sie Hansetaler verschenkten. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass diese mit Schokolade gefüllten Goldtaler besonders bei den Kindern beliebt waren. 

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