Montessorischüler aus Wulfen haben das „Dorf der Zukunft“ entwickelt

rnSchulwettbewerb

Häuser sind über Wasserwege verbunden, das Rathaus hat keine Ecken und Kanten - willkommen im „Dorf der Zukunft“. Die Ideen der Montessorischüler klingen preisverdächtig.

Wulfen

, 27.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kunstunterricht der fünften und sechsten Klasse an der Wulfener Montessorischule ging es vor der Corona-Pause ziemlich kreativ zu. Mit Lernbegleiterin Marion Taube haben die Kinder ein „Dorf der Zukunft“ entwickelt, das jetzt für einen bundesweiten Schulwettbewerb zugelassen wurde.

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Eine ganze Landschaft voller individueller Baumhäuser ist über Hängebrücken und durch Wasserwege miteinander verbunden. In der Dorfmitte steht das „GlobalBall“, ein Rathaus, das man besucht, wenn man einen Rat braucht. „Es ist schön transparent, mit vielen Fenstern“, sagt Susanne Schulte mit einem Augenzwinkern. „Und rund, also ohne Ecken und Kanten.“

Schülerwettbewerb zur Entwicklungspolitik

Die Leiterin der Reformschule und ihre Kollegen waren so begeistert von dem Ergebnis, dass sie den Beitrag für den bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE Welt für alle“ angemeldet haben. Er hat das Ziel, den Lernbereich „Globale Entwicklung“ im Unterricht aller Jahrgangsstufen zu unterstützen und Kinder und Jugendliche für die „Eine Welt“ zu sensibilisieren und zu aktivieren.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich auch Regeln und Gesetze überlegt, die in ihrer Dorfgemeinschaft gelten sollen.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich auch Regeln und Gesetze überlegt, die in ihrer Dorfgemeinschaft gelten sollen. © privat

Die erste Hürde hat das Projekt aus Wulfen schon genommen. „Wir haben die Vorjury passiert und sind nun im Feld derjenigen, die für eine offizielle Prämierung von der Hauptjury begutachtet werden“, teilte die Schule via Instagram mit. „Dieses Level erreicht zu haben, ist für uns schon ein Achtungserfolg, den wir unseren Schülerinnen und Schülern gerade jetzt besonders gern als Motivation mit ins Homeschooling geben.“

Auch praktische Überlegungen angestellt

Die Fünft- und Sechstklässler haben nicht nur eine schöne Landschaft gestaltet, sondern auch ganz praktische Überlegungen angestellt. „Es ging zum Beispiel um die Anpflanzung von Gemüse und Obst, was natürlich auch in der Praxis im Schulgarten ausprobiert wird“, berichtet die Schulleiterin, „bis hin zu Recycling und Upcycling, Wasserversorgung und Transportmittel.“

Die Schülerinnen und Schüler haben sich Regeln und Gesetze (Baumpflanzpflicht, Tierliebe, Klimagerechtigkeit) überlegt, die in ihrer Dorfgemeinschaft gelten sollen, und ihre persönlichen Kinderrechte formuliert. Ebenso wuchs der Wunsch, sich mit anderen Schulen und Kindern in anderen Ländern auszutauschen. So hat eine Kleingruppe dann auch Kontakt zur Partnerstadt Waslala (Nicaragua) aufgenommen. „Leider musste der Besuch aufgrund von Corona verschoben werden, wird aber bestimmt nachgeholt“, sagt Susanne Schulte.

Sie lobt nicht nur „die beeindruckenden Ideen der Schülerinnen und Schüler“, sondern auch, dass das Projekt „von allen Kollegen und Kolleginnen in allen Fachbereichen mitgetragen, vertieft und weiter ausgebaut“ wurde. „Der Funke ist sogar auf Eltern und Großeltern übergesprungen, die sich an mancher Stelle eingebracht haben.“

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