Montessori-Schüler haben bei Schulbuszeiten das Nachsehen

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Die Vestische jongliert mit unterschiedlichsten Schulzeiten und passt ihren Plan entsprechend an. In Wulfen warteten Schüler dennoch vergeblich auf den Bus.

Dorsten

, 21.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wulfener Gesamtschüler drängeln sich im Bus und die Schüler der anderen Schule im Ort stehen warten vergeblich an der Haltestelle. Die „kleine“ Montessori-Schule mit ihren 130 Schülern hat das Nachsehen, was die Schulbuszeiten angeht.

„Wir richten unsere Planung an der Gesamtschule aus“, erläutert der Pressesprecher der Vestischen, Christoph van Bürk. Und so beginne das Problem, denn: die Gesamtschule hat dem Verkehrsbetrieb mitgeteilt, dass sie im neuen Schuljahr bis zu den Herbstferien neue Schulzeiten hat. Entsprechend änderte das Unternehmen seine Planung.

Eigentlich endet der Unterricht an der Gesamtschule montags, mittwochs und donnerstags um 15 und 16.05 Uhr sowie dienstags und freitags um 12.40 Uhr. Bis zum Herbst wollte die Gesamtschule die Zeiten auf 12.45 und 15.30 Uhr verlegen sowie zusätzlich vom 12. bis zum 18. August verkürzten Unterricht anbieten; die Schule endete dann für alle 1700 Schüler um 12.45 Uhr.

Zusätzliche Planer helfen bei Koordination

„Zwei Tage vor Schulbeginn bekamen wir die Info, dass die veränderten Zeiten nur bis zum 31. August wirksam seien“, so Christoph van Bürk. Das bedeutet für das Verkehrsunternehmen eine neue Planung. Angesichts des Arbeitsaufkommens stellte die Vestische einen weiteren Planer für die Koordination der Einsatzfahrpläne ab. Fahrpläne seien wie ein Spinnennetz. Ziehe man an einem Faden, komme es schnell zu Knoten, die man wieder entwirren müsse.

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Die Reformschule fängt traditionell nach den Sommerferien bereits montags mit dem Unterricht an, Regelschulen starteten am Mittwoch (12.8.). Viele Schüler seien da noch von den Eltern gebracht worden, da der Schulbusbetrieb sowieso erst ab Mittwoch, dem offiziellen Schulstart, einsetze, erzählt die Mutter eines Schülers.

In der zweiten Schulwoche sei dann aber klar geworden, dass die Schulbusse nicht wie gewohnt fahren.

Wie bestellt und nicht abgeholt

Nachmittags standen Montessori-Schüler wie bestellt und nicht abgeholt an der Haltestelle; nach sieben Stunden mit Maske und in brütender Hitze. Dass die Schulbuszeiten geändert wurden, davon wussten die Schüler nichts. Statt um 15.07 sollte der Bus eine halbe Stunde später kommen. Eltern sprangen ein und holte ihre Kinder mit dem Auto ab.

Eltern beschwerten sich bei der Vestischen. „Wir haben uns die Finger wundtelefoniert“, berichtet eine Mutter. Die Vehemenz zahlt sich aus, denn die Vestische hat reagiert: Ab kommenden Montag (24.8.) wird ein zusätzlicher Bus um 15.07 Uhr die Schüler der Reformschule einsammeln und nach Haltern bringen. In der Woche darauf kehrt die Gesamtschule wieder zu den „normalen“ Unterrichtszeiten zurück, sodass auch der Fahrplan auf die Zeiten beider Schulen abgestimmt ist.

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