Muslime in Dorsten freuen sich auf Ausbau ihrer Moschee, besonders aber auf ein Minarett

rnMoschee am Holzplatz

Dorstens Moscheegemeinde freut sich: Die Baugenehmigung für den Ausbau der Moschee ist da. Und es wird ein für alle sichtbares Symbol der muslimischen Gemeinschaft gesetzt: ein Minarett.

Dorsten, Hervest

, 27.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dorstens Moscheegemeinde wächst kontinuierlich. 300 Mitglieder hat sie. Mit Besuchern zu den Freitagsgebeten versammeln sich bis zu 500 Menschen in der Moschee.

Die Räume im denkmalgeschützten Postgebäude am Holzplatz in Hervest sind den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Seit 2017 wünscht sich die Moscheegemeinde einen Ausbau ihres Gotteshauses und der Nebenräume. 2020 geht der Wunsch der Muslime in Dorsten in Erfüllung. Denn die Baugenehmigung ist da!

Muslime in Dorsten freuen sich auf Ausbau ihrer Moschee, besonders aber auf ein Minarett

Die Baugenehmigung ist da: Christian Löer (Architekt), Mustafa Coban (Moscheevorstand), Yasin Kadioglu (Imam), Axel Steinau (Architekt) und Ercan Tunc (Bauleiter) loben die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.. © Claudia Engel

Mustafa Coban, Moscheevorstand, hält die Pläne für den Moscheeausbau in Händen. Mit ihm freuen sich die beiden Dorstener Architekten Axel Steinau und Christian Löer. In enger Absprache haben sie umgesetzt, was sich die Moscheegemeinde seit Langem wünscht: einen Ausbau des Gebetsraums in der ehemaligen Schalterhalle der alten Hervester Post, einen eigenen Gebetsraum für die Frauen im Obergeschoss, barrierefreie Zugänge und großzügige Sozialräume und Versammlungsräume in und über der ehemaligen Remise auf dem Hof.

Etwa 400.000 Euro wird der Umbau kosten, die DITIB-Gemeinde will das mithilfe von Spenden anderer muslimischer Gemeinden in Deutschland finanzieren. „Das ist bei uns so üblich. Außerdem werden zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt“, sagt Moscheevorstand Mustafa Coban.

Stadt hat sich wohlwollend und kooperativ verhalten

Besonders am Herzen lag den Muslimen ein sichtbares Symbol der aktiven muslimischen Gemeinschaft in Dorsten: ein Minarett. Der hohe Turm im Innenhof der Moschee am Holzplatz misst mit dem türkischen Halbmond auf der Spitze 19 Meter, wie Architekt Axel Steinau sagt. Es ragt etwa sechs Meter über den Dachfirst des alten Postgebäudes hervor. Und entspricht damit exakt den Vorgaben der Baubehörde. Einen Rundlauf für einen Muezzin, einen Gebetsrufer, hat der Turm nicht. Das wurde in der Baugenehmigung explizit ausgeschlossen, so Axel Steinau.

Allerdings lobten Architekten und Moscheevorstand in diesem Zusammenhang ausdrücklich „die enge und sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt“. Die Stadt habe sich „sehr wohlwollend verhalten“.

Architekt war häufig zu Gast in der Moscheegemeinde

Für den alteingesessenen Dorstener Architekten Axel Steinau, der für katholische und protestantische Gemeinden in Dorsten schon tätig war, ist ein Traum mit der Planung des Moscheeausbaus wahrgeworden: „Ich war sehr häufig zu Gast in der muslimischen Gemeinde, habe an Kermes und Tag der offenen Tür in der Moschee teilgenommen und Freunde dazugewonnen“, sagt Steinau. Eine enge Verbindung pflegt er zu Kadir Daglar, der dem Moscheevorstand zur Seite steht und zusammen mit Ferit Kocatürk die Öffentlichkeitsarbeit der Moscheegemeinde macht.

Gemeinde legt Wert auf Offenheit und Transparenz

„Wir sind eine offene Gemeinde und heißen jeden Gast herzlich willkommen“, betonen die beiden. Wer also neugierig ist, was Am Holzplatz geschieht, solle sich nicht scheuen, vorbeizuschauen und zu fragen. Die Pläne des Dorstener Architekturbüros sind kein Geheimnis. Im Erdgeschoss wird der Gebetsraum erweitert, dafür wird an der Hofseite eine Wand des Gebäudes entfernt und versetzt. Zu den Räumen wird es barrierefreie Zugänge für gehbehinderte oder alte Menschen geben. Außerdem wird ein Aufzug eingebaut. Die Frauen bekommen im Obergeschoss einen Gebetsraum mit Öffnung zum Gebetsraum der Männer in der Etage darunter, damit sie die Predigten des Imams mitverfolgen können.

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Neuer Imam lernt fleißig Deutsch

Der Vorbeter der DITIB-Gemeinde Dorsten, der Imam, ist neu: Yasin Kadioglu ist nach seiner Ausbildung in der Türkei nach Dorsten abgeordnet worden und übernimmt seine Aufgaben von Ali Patir, der nur kurz in Dorsten war und in eine andere Gemeinde wechselt. „Unser neuer Imam wird aber fünf Jahre bei uns bleiben“, sagt Mustafa Coban. Er lerne fleißig Deutsch.

Muslime in Dorsten freuen sich auf Ausbau ihrer Moschee, besonders aber auf ein Minarett

Die Moscheegemeinde hat einen neuen Imam: Yasin Kadioglu. © Claudia Engel

Die Freitagspredigt des Imam kann übrigens jeder Interessent ab donnerstags abends auf Deutsch im Internet nachlesen. Auf Deutsch wird er auf besonderen Wunsch der Moscheegemeinde auch freitags predigen: „Wir haben etliche Gläubige aus Balkanländern, aus Syrien und dem Irak, die kein Türkisch sprechen“, erzählt Ferit Kocatürk. Die Menschen seien als Flüchtlinge nach Dorsten gekommen und seien in der muslimischen Gemeinde herzlich willkommen geheißen worden. Auch das ist eine Aufgabe, die die muslimische Gemeinde Dorsten erfüllt: Integration.

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