Müll ist "Dauerbrenner" in Dorsten

Bürger machen Ärger Luft

Die Besentage sind gerade vorbei, aber bei Ursula Becker im Lippetal liegt immer noch alles voller Müll. Verärgert kam die Anwohnerin in die Redaktion. „An der Treppe am Deich und am Parkplatz unten liegt überall Müll“, sagt sie. Nicht nur ihr stößt dieser Zustand im Lippetal – und auch an anderen Ecken der Stadt – böse auf.

DORSTEN

, 21.03.2016 / Lesedauer: 3 min
Müll ist "Dauerbrenner" in Dorsten

„Ohne Worte“ findet Andreas Nothelle die Gottlieb-Daimler-Straße.

„Früher war das nicht ganz so schlimm, aber zunehmend schmeißen die Leute ihren Müll einfach in die Wildnis“, erzählt Ursula Becker. Einmal habe sie sogar einen jungen Mann beobachtet, der den Mülleimer an der Bushaltstelle Lippetor abgenommen und einfach in den Büschen ausgeleert habe.

„Ich habe ihn zwar angesprochen, wollte aber auch nicht eingreifen. Es wurde dunkel und da hab ich auch Angst“, sagt die Seniorin. Der ganze Müll in der Landschaft hat Folgen. „Am helllichten Tag sieht man Ratten dort herum laufen.“

„Ohne Worte“

Als „Dauerbrenner“ im negativen Sinne sieht auch Andreas Nothelle den Müll in der Stadt. Der Dorstener hat stellvertretend für die Bereiche, die ihm aufgefallen sind, vier Orte ausgewählt und unserer Redaktion Fotos davon geschickt.

Mit dabei ist die Fußgängerzone. „Immer wieder sind dort die Abfalleimer überfüllt, liegt Abfall daneben und verschandelt somit die Einkaufsstraßen“, schreibt er. Vielleicht könne man sie öfter leeren oder für mehr Abfallbehälter sorgen. „Eine saubere Innenstadt zieht bestimmt mehr Menschen an und lädt eher zum Verweilen ein.“ Auch der Ferdinand-Freiherr-von-Raesfeld-Weg ist Nothelle negativ aufgefallen. Nicht nur, dass er bei schlechtem Wetter matschig sei. Die angrenzenden Grünstreifen seien auch voller Müll.

„Ohne Worte“ findet er die Gottlieb-Daimler-Straße. No-thelles Bilder zeigen in der Tat, dass dort stellenweise mehr leere Plastikflaschen als Bäume zu sehen sind.

„Ganz schlimm“

Die vierte Stelle in Dorsten, die der Bürger aus der Hardt mit der Kamera festgehalten hat, ist das Lippetal. „Hier sieht es ganz schlimm aus“ stimmt er Ursula Becker zu. „Gleich bei der Zufahrt schaut man auf eine ‚Seenlandschaft‘, umringt von Müll. Wenn ich als auswärtiger Gast hier ankäme, ich würde wohl gleich umdrehen. Erst parken in Müll und Schlamm – und dann einkaufen in den neuen, schönen Mercaden? Passt nicht so richtig zusammen – oder?“ Gerade mit der Neueröffnung der Mercaden wäre es doch schön, wenn sich Dorsten insgesamt positiv präsentieren würde, findet er.

"Schwierige Ecke"

Zumindest über den Zustand des Lippetals hat sich Ursula Becker schon mehrfach bei der Stadt beschwert. Die weiß auch um das Problem, sagt der stellvertretende Stadtsprecher, Ludger Böhne, auf Nachfrage. „Es ist eine schwierige Ecke.“

Man habe jetzt einen neuen Mülleimer an der Bushaltstelle angebracht. „Um es den Unbelehrbaren etwas schwerer zu machen, aber vollständig verhindern kann man es nicht.“ Die Mitarbeiter des Tiefbauamtes arbeiteten außerdem an einer Lösung für den Deich. „Eine Umgestaltung der Böschung ist geplant, um diese leichter sauber zu halten“, so Böhne.

Andreas Nothelle will nicht nur meckern, wie er schreibt. „Gerne bin ich bereit, ein oder zwei Tage meines Urlaubs zu investieren und mitanzupacken. Vielleicht gibt es noch die eine oder andere Privatperson, die dabei mitmacht“, fragt er. Wer Interesse hat, kann sich melden: Tel. (0172) 7 66 58 14 oder per E-Mail: andreas_nothelle@yahoo.de

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