Muslime möchten 23 Meter hohes Minarett

Bauantrag eingereicht

Die Ditib-Moscheegemeinde Dorsten hat, wie angekündigt, ihre Pläne für die Erweiterung ihres Gebetshauses Am Holzplatz 17 bei der Stadt eingereicht. Das bestätigte Stadtbaurat Holger Lohse auf Anfrage. Neu ist, dass Ditib ein 23 Meter hohes „symbolisches Minarett“ im Hof des Gebäudekomplexes in Hervest errichten lassen möchte.

Hervest

, 15.03.2017, 10:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Moschee aus einer Perspektive vom Dach des Berufskollegs.

Die Moschee aus einer Perspektive vom Dach des Berufskollegs.

„Das ,symbolische Minarett‘ soll ein von außen wahrnehmbares, deutlich sichtbares Zeichen für den Standort unserer Moschee sein, aber kein Minarett im herkömmlichen Sinn, von dem der Muezzin fünfmal täglich zum Gebet ruft“, sagte Mustafa Coban, Vorsitzender der Moscheegemeinde, gestern auf unsere Anfrage. Er ergänzte: „Bei uns in der Gemeinde ist erst vor Kurzem der Wunsch danach geäußert worden.“ Bei der öffentlichen Vorstellung der Pläne war vom Minarett noch keine Rede gewesen.

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Der Vorstand habe kurzfristig auf Wunsch einiger Gemeinde-Mitglieder beschlossen, den Plänen das „symbolisches Minarett“ im Innenhof der Moschee hinzuzufügen. Die Unterlagen für den gesamten Komplex, der vom Dorstener Architekten Axel Steinau entworfen worden ist, seien bei der Stadt eingereicht worden. „Wir wollen erst einmal wissen, ob das überhaupt geht oder nicht“, sagte Mustafa Coban.

Stadtbaurat Holger Lohse bestätigte auf Anfrage, dass die Baupläne für Erweiterung und das Minarett im Innenhof abgegeben und erste Gespräche geführt worden seien. „Mit 23 Metern Höhe überragt die Spitze den Dachfirst des denkmalgeschützten Alten Postgebäudes“, sagte Lohse auf Nachfrage, wie die Höhe des „symbolischen Minarettes“ einzuschätzen sei. „Was ist bauordnungsrechtlich zulässig, was lässt der Denkmalschutz zu?“ – das seien zwei wesentliche Fragen, die eingehend geklärt werden müssten.

300.000 Euro für Anbau

Gemeindevorsitzender Mustafa Coban beziffert die Kosten für den Erweiterungsbau der Moschee auf „mindestens 300.000 Euro“. In den Betrag sei das Minarett noch nicht einkalkuliert. „Mit den monatlichen Beiträgen unserer 300 Mitglieder, die fünf bis zehn Euro zahlen, können wir die Baukosten nicht finanzieren“, sagte er außerdem. Die Ditib-Gemeinde Köln und das türkische Konsulat würden deshalb mit Spendenaufrufen bei den Freitagsgebeten in den nordrhein-westfälischen Moscheen das Bauvorhaben der Dorstener Moscheegemeinde publik machen und dafür Geld einwerben. Geld aus der Türkei, so Coban, „bekommen wir nicht“. 

 

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