Mutter aus Dorsten ist bereits verurteilt und geht trotzdem weiter auf Beutezug

rnDiebstähle in Dorsten

Gerade erst wurde eine 48-jährige Mutter zu einer Gefängnisstrafe verdonnert, da ging sie schon wieder in mehreren Dorstener Geschäften auf Beutezug. Jetzt erhielt sie dafür die Quittung.

Dorsten

, 24.10.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist gerade einmal sechs Monate her, da ist eine 48-jährige Dorstenerin zu einer zwei-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden - sie hatte mehrere Ladendiebstähle begangen. Das harte Urteil hielt die schmächtige Frau aus dem Ortsteil Holsterhausen aber nicht davon ab, nur ein paar Wochen später und damit noch vor dem Haftantritt erneut straffällig zu werden.

Die Handtasche präpariert

Für gleich fünf Taten musste sie sich am Mittwoch (16. Oktober) vor dem Schöffengericht verantworten. Manchmal waren es nur Lappalien: Bei Rossmann an der Borkener Straße ließ sie eine Flasche „WC Aktiv-Gel“ mitgehen, im Toom-Markt in der Altstadt wurde sie beim Diebstahl von Süßigkeiten erwischt.

Schwerer wogen da schon die anderen Vorwürfe: Im Hervester Hellweg-Baumarkt entwendete sie einen Akku-Schrauber und eine Akku-Stichsäge im Wert von 430 Euro und auch im Media-Markt machte sie lange Finger: Dort steckte sie eine Nintendo-Spielekonsole in ihre Handtasche - letztere hatte sie zuvor mit Alu-Folie ausgekleidet, damit beim Passieren der Sicherheitsanlage kein Alarm ausgelöst wird. Dank der Überwachungskameras wurde die Frau aber vorher erwischt.

Mit Heroin erwischt

Und war da noch die Sache auf der Borkener Straße - dort schob die Frau auf dem Gehweg ihr mit Einkaufstaschen voll bepacktes Fahrrad entlang, als eine Polizeistreife auf die Dorstenerin aufmerksam wurde. Das Bauchgefühl der Beamten trog nicht: Bei der Durchsuchung der 48-jährigen fanden die Polizisten 1,1 Gramm Heroin und einen Joint.

„Ich bin drogenabhängig“, erklärte die Frau, „und in diesen Wochen ging es mir besonders dreckig“. Denn ihr Mann hatte die Scheidung eingereicht, die 15-jährige Tochter ihrer Mutter mitgeteilt, dass sie doch lieber lieber beim Vater bleiben wolle.

Fast dreieinalb Jahre Haft

Mit 21 Jahren begann die Drogenkarriere der Angeklagten, zwischendurch blieb sie 19 Jahre „clean“, wie sie betonte. Vor vier Jahren dann der Rückfall: „Zu der Zeit hatte ich einen Hausmeisterjob und wollte abends abschalten.“ Ein Gramm Heroin pro Tag benötigte sie fortan pro Tag, ihre Drogensucht finanzierte sie seitdem durch den Verkauf der Beute mit Diebstahls-Serien, die in Dorsten ihresgleichen suchten.

So wurde sie schon im Mai 2017 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verdonnert, weil sie bei ihren Taten sogar Taschenmesser, Gas- und Schreckschusspistolen dabei hatte. Eine Reststrafe aus diesem Urteil wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Während der neuerlichen Haftzeit will die Dorstenerin nun einen Entzug machen. Zeit genug dafür hat sie: Das Schöffengericht legte auf das Zwei-Jahres-Urteil vom April weitere 16 Monate drauf, hinzu kommen zwei weitere offene Reststrafen, so dass die Frau wohl erst in vier, fünf Jahren wieder in Freiheit kommt.

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