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Nach Arbeitsunfall wurde Betriebsteil stillgelegt

Mitarbeiter lebensgefährlich verletzt

Nach dem schweren Arbeitsunfall von Dienstag im Dorstener Recycling-Werk Remondis QR (ehemals Dela) an der Gottlieb-Daimler-Straße, bei dem vier Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, hat die Bezirksregierung Münster den Betrieb in der Hauptproduktionshalle vorerst stilllegen lassen.

Dorsten

, 25.05.2016 / Lesedauer: 3 min
Nach Arbeitsunfall wurde Betriebsteil stillgelegt

Bei einem schweren Arbeitsunfall sind insgesamt vier Menschen verletzt worden, einer davon zunächst lebensgefährlich.

"Der Betreiber des Unternehmens muss auf Anordnung unseres Dezernats für Abfallwirtschaft einen Gutachter beauftragen, der die Schadensursache herausfinden soll", erklärte Thomas Drewitz, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage unserer Zeitung.

Mitarbeiter des Dezernats für Abfallwirtschaft waren gestern mit der Polizei vor Ort, um herauszufinden, wie es zu dem schweren Unfall gekommen ist. Nach ersten Erkenntnissen gab es laut Angaben von Thomas Drewitz "beim Versuch eines neues Verfahrens zur Quecksilberaufarbeitung eine Verpuffung". Dabei zerplatzte ein Behälter und es traten 35 Liter Quecksilber aus. Durch den entstandenen Druck wurden die vier Mitarbeiter, die sich in Unfallnähe befanden, verletzt.

Dämpfe eingeatmet

Einer der Männer habe Quecksilberdämpfe eingeatmete und wurde mit Schwefel übergossen. Er wurde mit zunächst lebensgefährlichen Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber ins Uni-Klinikum Essen geflogen. "Er ist aber wieder ansprechbar", teilte Thomas Drewitz gestern Nachmittag mit. Ein weiterer Werksangehöriger erlitt Augenverletzungen, die ebenfalls in der Uni-Klinik Essen behandelt werden.

Darüber hinaus gab es noch zwei Leichtverletzte, die aber noch am Dienstagabend aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten.

Wie lange der Betrieb in dem quecksilberverarbeitenden Werk, der der Störfallverordnung des Landes unterliegt, ruhen wird, vermochte der Sprecher der Bezirksregierung nicht zu sagen. "Das kann ein paar Tage, aber auch Wochen dauern", so Thomas Drewitz. "Das hängt auch davon, wie schnell überhaupt ein Fachgutachter gefunden wird." Die Überwachungsbehörde wird nach Durchsicht des Gutachtens entscheiden, ob die Stilllegung wieder aufgehoben wird.

Keine Gefahr für Umwelt und Menschen

Durch die chemische Reaktion kam es zum Unfallzeitpunkt nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Markus Terwellen zu einem Brand, der allerdings noch während der Entstehung schnell und erfolgreich bekämpft werden konnte. Da sich der Unfall in einem gesicherten Bereich des Betriebes ereignete, habe für Menschen und die Umwelt keine Gefahr bestanden.

Um jedoch eine Kontamination mit Quecksilber auf dem Betriebsgelände auszuschließen, kontrollierten Kräfte des ABC-Zuges der Feuerwehr Dorsten den kompletten Bereich auf eventuell vorhandene Schadstoffe. "Die eingesetzten Rettungsmittel sind nach dem Einsatz prophylaktisch dekontaminiert worden", so Terwellen. Die Einsatzkräfte aus Dorsten wurden von Spezialkräften der Feuerwehren Köln und Dortmund tatkräftig unterstützt. Die Feuerwehr war zeitweise mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort.

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