Nach langem Warten bekommt sozial schwieriges Wohngebiet in Dorsten einen Stadtteilplatz

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Der Bagger ist endlich angerollt. Einige Jahre hat es gedauert, bis in Dorsten-Hervest ein neuer Stadtteilplatz auch mit Kinderangeboten gebaut wird. Allerdings in abgespeckter Version.

Dorsten

, 01.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was lange währt, wird endlich gut: Nach jahrelangem Warten ist jetzt endlich der erste Bagger angerollt, der die Bodenarbeiten für den neuen Quartiersplatz an der Memelstraße in der Ellerbruchsiedlung in Hervest vorbereiten soll.

In zwei Bauabschnitten wird hier der so lang ersehnte Anwohner-Treffpunkt mit Grün- und Spielbereichen entstehen, der die mehrgeschossige Wohnsiedlung drumherum aufwerten soll. Allerdings fällt der Platz längst nicht so groß aus, wie ursprünglich einmal vorgesehen.

Die „Platte“ wird das Zentrum

In dem Planungswettbewerb für den überarbeiteten Stadtteilplatz wurde der Entwurf des Dorstener Landschaftsarchitekturbüros Dirk Vennemann ausgewählt. Er sieht in dem leicht ansteigenden Gelände, das sich jenseits des Wendehammers der Memelstraße befindet, drei topografisch unterschiedliche Ebenen vor.

Nach langem Warten bekommt sozial schwieriges Wohngebiet in Dorsten einen Stadtteilplatz

So sieht der geplante Spielbereich aus. © Büro Vennemann

Die Mitte bildet die sogenannte „Platte“, diese Fläche soll aufgewertet werden, um Platz zu bieten für Veranstaltungen und Aktionen im Wohn-Quartier. Die obere Ebene wird zur Grünzone, die untere zur Spiellandschaft mit Balancierpfad, Trampolinen, Drehspielgeräten, zwei kleinen Kletterhügeln und Sitz- und Liegebänken.

Kosten: 64.000 Euro

Die vorhandenen Bäume und Sträucher werden zum Teil gerodet, laut Konzept wird es aber Nachpflanzungen geben. Auch die Wege werden zum Teil neu angelegt. „Die Baukosten liegen bei rund 64.000 Euro“, erklärt auf Anfrage Christoph Winkel, stellvertretender Pressesprecher der Stadt. Besonderer Wert sei auf die Mitbeteiligung der Anwohner und der vor Ort tätigen Akteure gelegt worden, die zwischen 2009 und 2015 im Förderprojekt „Soziale Stadt Hervest“ tätig gewesen sind.

Letztes Projekt der Sozialen Stadt

Der Quartiersplatz ist nämlich vier Jahre nach Ende der „Sozialen Stadt“ das letzte Projekt dieses Förderprogramms, das im Stadtteil verwirklich wird. Mit Landesmitteln in Höhe von knapp 150.000 Euro sollte damals auch der geplante Quartiersplatz an der Memelstraße bedacht werden, der wichtige Impulse für die Entwicklung des sozial schwierigen Wohnquartiers geben sollte.

In einer „Siedlungsvereinbarung“ hatten sich die Eigentümer und Verwalter der beiden großen Gebäudekomplexe dazu verpflichtet, eigene Flächen des Platzes zur Verfügung zu stellen.

Schwierige Besitzverhältnisse

Doch dann stellte sich heraus, dass beim größeren der beiden Gebäude die Eigentumsanteile an der Außenfläche teilweise schon seit Jahrzehnten nicht mehr gemeinsam mit den Wohnungen verkauft wurden. Zum Teil handelt es sich bei den Eigentümern um insolvente oder nicht mehr existierende Firmen sowie um verstorbene oder ins Ausland verzogene Privatleute. Eine Klärung der Besitzerverhältnisse wäre innerhalb des Förder-Bewilligungszeitraums nicht mehr möglich gewesen.

Abspeckte Version

Bei dem kleineren Mehrgeschosshaus waren die Eigentumsverhältnisse wesentlicher klarer. Um die Fördermittel nicht zu gefährden, erarbeitete die Stadt in Abstimmung mit dem Land schließlich die jetzt vorgelegte abgespeckte Variante auf der dem kleineren Gebäude zugeordneten Fläche.

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