Nachtwächter führte durch die mittelalterliche Stadt

Trotz Regens

"Man will hier einen quaderförmigen Klotz hinsetzen und glaubt, mit Lippetor-Galerie einen passenden Namen gefunden zu haben."

DORSTEN

von Von Ralf Pieper

, 14.01.2011, 08:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit dem Nachtwächter ging es durch die Stadt.

Mit dem Nachtwächter ging es durch die Stadt.

Hart ging Peter de Weldige, geboren 1540, verstorben 1611, mit den modernen und zukünftigen Errungenschaften Dorstens ins Gericht. Als ein Mann des Mittelalters stellte sich der Dorstener Stadtführer und Nachtwächter den Begleitern auf seinem Rundgang durch die Lippestadt vor. Im diesem Jahrhundert heißt der 66-jährige Reiner Schöneweiß und lebt seit 1980 in Dorsten-Holsterhausen. Seit September 2010 führt er durch die Historie Dorstens. Der Rundgang am Mittwoch war seine dritte Veranstaltung, sechs weitere werden 2011 folgen.

Am Mittwochabend begrüßte er etwa 20 Interessierte zu einem Ausflug in die Geschichte Dorstens. Es war ein feucht-fröhlicher Rundgang: Während Petrus die Hochwasser-Kapazitäten der Lippe mit Dauerregen auf die Probe stellte, präsentierte Peter Schöneweiß die Historie der Stadt gespickt mit Anekdoten. Gut beschirmt wanderte die Gruppe vom Lippetor über den Westgraben, das Essener Tor, den Marktplatz, die Lippestrasse, den Ostgraben bis hin zum Alten Rathaus und der Agathakirche. An geschichtsträchtigen Stationen machten sie Halt und Reiner Schöneweiß erzählte von der Römerzeit, vom Mittelalter und der Stadt während des Zweiten Weltkrieges. Er informierte über Dorsten als Schiffsbauer-Stadt, über die Zeit der Pest, über die Bedeutung der Ursulinen und Franziskaner und über die Verfolgung der Juden durch die Nazis.

Katzen der Lippestraße Auch Mysterien schweben über der beschaulichen Lippestadt, wie die Angst der Bürger im Mittelalter vor den "Katzen der Lippestraße" oder dem "Werwolf vom Ostwall". Es war eine Stadtführung für Hartgesottene: Der Regen hörte nicht auf. Lob gab es für den Stadtführer, der seinen Gästen trotz aller Widrigkeiten, einen informativen und unterhaltsamen Abend bot. Nach dem Rundgang kehrte man im Franziskaner ein. Süppchen, Krustenbraten und Dessert erwartete die Gruppe. Peter Schöneweiß zeigte alte Karten und Pläne seiner Stadt. So klang der Abend im Warmen ohne Schirm mit Gemütlichkeit und interessanten Gesprächen aus.

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