Nette Begegnungen an der Moschee

Eine fröhliche Kermes

Die Fatih-Moschee am Holzplatz öffnete von Donnerstag bis Sonntag ihre Pforten, um mit anderen Gemeinden und Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

Hervest

29.05.2016, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nette Begegnungen an der Moschee

Die Mädels aus der Jugendgruppe waren zuständig für Salate und Nachtisch.

Der ganze Platz vor dem Eingang war eingerahmt von Zelten, in denen die köstlichsten türkischen Spezialitäten geschnippelt und gebrutzelt wurden. Es war kaum möglich, alles zu probieren.

Im Februar wurde Mustafa Coban zum 1. Vorsitzenden gewählt und setzte gleich neue Akzente: „Unsere Gemeinde hat 250 eingetragene Mitglieder. Darunter sind etwa 20 aktive Jugendliche, die wir jetzt mehr in den Fokus nehmen wollen.“ Auch Adem Yazici gehört zum neuen Leitungsteam und soll den Integrationsbeauftragten Ferit Kocatürk künftig in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Stolz führte er seine Gäste zu den Jugendgruppen, die den Getränkeausschank und die Salattheke betreuten.

Die Jugend im Fokus

Die Schüler treffen sich bisher meist nur am Wochenende zum Unterricht. Aber bald soll ein eigener Fußballverein gegründet werden. Eine Theatergruppe für Teenies gibt es schon und man kann in der Moschee auch traditionelle türkische Musikinstrumente erlernen. Ferit Kocatürk nutzte das fröhliche Fest, die Kermes, für viele Gespräche mit Besuchern aus anderen Dorstener Gemeinden. So kamen zum Beispiel Vertreter vom „Ökumenekreis“: Else-Marie Kortmann (Martin-Luther-Kirche), Hans-Leo Signerski (St. Antonius), Petra Kunkel (St. Bonifatius) mit Kaplan Kurian, der in beiden katholischen Gemeinden tätig ist.

Freitagsgebet stark frequentiert

Die ganze Runde wurde zum Essen eingeladen und das dominante Gesprächsthema war die Flüchtlingsproblematik: Das Freitagsgebet in der Fatih-Moschee wird inzwischen von 50 Prozent mehr Gläubigen besucht. Die überwiegend muslimischen Flüchtlinge haben die Moschee als Anlaufpunkt entdeckt. Hier fühlen sie sich in einem vertrauten Bereich gesichert.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So schön war die Kermes auf dem Holzplatz

Die Fatih-Moschee am Holzplatz öffnete von Donnerstag (26.5.) bis Sonntag (29.5.) ihre Pforten, um mit anderen Gemeinden und Nachbarn ins Gespräch zu kommen.
29.05.2016
/
Hier sitzt das Leitungsteam der Fatih-Gemeinde zusammen: (v.l.) Der Integrationsbeauftragte Ferit Kocatürk, der neue Vorsitzende Mustafa Coban und Adem Yazici, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.© Foto: Sabine Bornemann
Die Jungs aus der Jugendgruppe übernahmen den Getränkeausschank.© Foto: Sabine Bornemann
Die Mädels aus der Jugendgruppe waren zuständig für Salate und Nachtisch.© Foto: Sabine Bornemann
An jedem Stand konnte man ein anderes Gericht probieren.© Foto: Sabine Bornemann
Tee trinken ist in der Türkei ein Ritual.© Foto: Sabine Bornemann
Vor dem Eingang gab es einen reichhaltigen Bücherbasar.© Foto: Sabine Bornemann
Ein Marktstand, wie er auch in Istanbul stehen könnte.© Foto: Sabine Bornemann
Diese Frauen produzieren das traditionelle Fladenbrot, was in einem Holzofen gebacken wurde.© Foto: Sabine Bornemann
Fladenbrot gab es mit allen nur erdenklichen Füllungen.© Foto: Sabine Bornemann
Ferit Kocatürk (v-l-) im Gespräch mit Else-Marie Kortmann und Petra Kunkel vom Ökumenekreis© Foto: Sabine Bornemann
Hier wurde alles probiert und leidenschaftlich diskutiert: (v.l.) Kaplan Kurian, Hans-Leo Signerski und der neue Vorsitzende der Fatih-Gemeinde Mustafa Coban.© Foto: Sabine Bornemann
Döner durfte natürlich auf der Speisekarte nicht fehlen.© Foto: Sabine Bornemann
Zeitweise war es Glücksache, einen Sitzplatz zu finden.© Foto: Sabine Bornemann
Auf dem Fest an der Fatih-Moschee tummelten sich auch viele Kinder.© Foto: Sabine Bornemann
Schlagworte Dorsten

Viele Syrer sprechen auch recht gut Türkisch, sodass die Gemeindemitglieder besonders leichten Zugang finden und spezielle Aufgaben bei der Integration von Flüchtlingen übernehmen können. Für Ferit Kocatürk, zugleich auch Vorsitzender des „Dorstener Integrationsforums DIF“ e.V., ist der unmittelbare persönliche Kontakt entscheidend für die Integration. „Nur wenn man sich selbst ein Bild machen und eine eigene Meinung bilden kann, ist man gefeit gegen populistische Phrasen.“ Solche Feste, wo jeder willkommen ist, sind eine gute Gelegenheit, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Das Volk am Holzplatz war jedenfalls ausgesprochen bunt gemischt und feierte fröhlich miteinander.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt