Die alte Östricher Brücke wird abgerissen, nachdem 350 Meter weiter westlich eine neue Kanalbrücke gebaut worden sein wird. © Michael Klein
Brückenbau

Neubau einer maroden Kanalbrücke in Dorsten verzögert sich weiter

Eine marode Brücke für den Autoverkehr über den Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten muss ersetzt werden. Bis dahin dauert es nun doch etwas länger. Dennoch starten schon bald erste Bauarbeiten.

Wann ist eigentlich der genaue Baustart für die geplante neue Kanalbrücke in Östrich? Diese Frage beschäftigte die Teilnehmer der dortigen Stadteilkonferenz am Samstag (6. November) ganz besonders. Immerhin ist es schon zehn Monate her, dass für die ersten Vorarbeiten zahlreiche Bäume an der Uferböschung und an den Zufahrtsstraßen gefällt worden sind und dass damals ein Baubeginn für Anfang 2022 angekündigt worden war.

Hatte das Brücken-Projekt bislang schon mehrere Verzögerungen erlebt (ursprünglich sollte der Startschuss bereits 2015 fallen), werden nun weitere Monate ins Land gehen. Mit dem Neubau wird das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Duisburg nämlich erst Mitte bis Ende des kommenden Jahres loslegen, teilte Udo Kaiser, zuständiger Projektleiter der Behörde, auf unsere Anfrage mit.

Grund sei eine Änderung, die sich bei der Prüfung der Pläne ergeben habe. Dabei geht es um die Spundwände im Hinblick auf einen zukünftig möglichen Ausbau des Wesel-Datteln-Kanals.

Die ersten Baumaschinen werden dennoch schon Anfang des nächsten Jahres anrücken. „Wir werden die Bauarbeiten nämlich splitten“, so Udo Kaiser. „So können wir die Zeit bis zum Baubeginn der neuen Brücke sinnvoll nutzen.“ In der ersten Phase wird es zunächst darum gehen, die Gemeindestraße auf Dorstener (Brückenstraße) und auf Schermbecker Gebiet (Im Aap) fit zu machen für die Belastungen, die auf sie zukommen.

Auf dem Brückenweg/Im Aap wird erste Ausbauarbeiten im Vorfeld des Brücken-Neubaus geben.
Auf dem Brückenweg/Im Aap wird es erste Ausbauarbeiten im Vorfeld des Brücken-Neubaus geben. © Michael Klein © Michael Klein

Denn auf dieser nördlichen, von mehreren Campingplätzen gesäumten Wegeverbindung entlang der Wasserstraße muss größtenteils der Baustellenverkehr abgewickelt werden – der wird dort von der Maassenstraße in Schermbeck aus zu dem Bauprojekt geführt (und umgekehrt).

„Für die Sattelschlepper müssen Bankette ausgebaut, Kurven verbreitert und Begegnungsverkehr ermöglicht werden“, so Kaiser. „Da wird es an unterschiedlichen Stellen immer wieder zu Sperrungen der Fahrbahn kommen, über die wir die Anlieger und die Öffentlichkeit zeitnah informieren werden.“

350 Meter weiter östlich

Die neue Kanalbrücke wird am Wasserstraßen-Kilometer 23,523 gebaut, ungefähr 350 Meter östlich des jetzigen Brückenbauwerks. Die derzeitige 60 Jahre alte Brücke befindet sich in einem miserablen Zustand, kann aber dennoch noch so lange in Betrieb bleiben, bis der Verkehr auf der neuen Brücke frei gegeben wird. Anschließend wird sie abgerissen.

Udo Kaiser geht davon aus, dass es rund zwei Jahre dauert, bis der neue „Brückenschlag“ in Betrieb geht, etwa 3,5 Millionen Euro wird er kosten. Die Fahrbahnbreite (drei Meter) bleibt unverändert. Die neue Stabbogenbrücke hat eine vergrößerte Durchfahrtshöhe für moderne Schiffe von 5,75 Meter. Auch die Stützweite soll von heute 55,5 Meter auf 70 Meter vergrößert werden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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