Am Rande der Dorstener Innenstadt entstehen bis Mitte 2023 hochwertige Mietwohnungen und eine große Aldi-Filiale. © Guido Bludau
Millionenprojekt

Neue Aldi-Filiale und hochwertige Mietwohnungen in der Dorstener Altstadt

In unmittelbarer Nähe zur Dorstener Innenstadt entstehen bis Mitte 2023 hochwertige Mietwohnungen. Außerdem bekommt Aldi eine neue Filiale. Die Entwürfe sind erstmals öffentlich zu sehen.

Die ehemalige Agathaschule sowie der dortige Kindergarten und die Turnhalle werden ab Mitte November abgerissen. Auf dem etwa 4000 Quadratmeter großen Areal am Rande der Dorstener Innenstadt sind bis zu 19 Mietwohnungen geplant. In dem dreiteiligen Gebäudekomplex ist außerdem Platz für eine Aldi-Filiale und eine Arztpraxis.

Vereinte Volksbank investiert zweistelligen Millionenbetrag

Die Vereinte Volksbank investiert nach Angaben ihres Vorstandes Ingo Hinzmann „einen zweistelligen Millionenbetrag“ in das Projekt gegenüber ihrer Hauptstelle, das für Baudezernent Holger Lohse „ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Innenstadt“ ist. Der Erbbau-Vertrag mit der Stadt ist zum 1. Oktober geschlossen worden. „Ich gehe davon aus, dass wir Mitte 2023 fertig sind“, sagt Hinzmann. Aldi könnte womöglich schon früher eröffnen.

Drei Gebäudekomplexe mit Aldi-Filiale, Mietwohnungen und Arztpraxis sowie 65 Stellplätze für Kunden entstehen auf dem Gelände der ehemaligen Agathaschule am Voßkamp. © Büro Thieken + Partner © Büro Thieken + Partner

Der Discounter (800 Quadratmeter Verkaufsfläche) bekommt für seine Kunden 65 bewirtschaftete Stellplätze. Die neue Filiale ersetzt den kleinen Standort mit wenigen Parkplätzen an der Alleestraße, der schon vor mehr als zwei Jahren geschlossen werden sollte, nach vielfachen Protesten dann aber doch geöffnet blieb.

Zufahrt über den Voßkamp ist schön geprüft

Die Zufahrt für Kunden erfolgt über den Vosskamp und nicht über die Gladbecker Straße. Die zunächst favorisierte Lösung ließ sich nach Angaben von Holger Lohse u.a. wegen der komplizierten Grundstückssituation nicht verwirklichen. „Es geht auch über den Vosskamp, wir haben das bereits geprüft“, betont der Baudezernent. Der Fußweg entlang der Esso-Tankstelle bleibe aber in jedem Fall auch erhalten.

Über und neben der neuen Aldi-Filiale entstehen bis zu 19 Mietwohnungen mit einer Größe von 75 bis etwa 95 Quadratmetern und eine Arztpraxis. Volksbank-Vorstand Ingo Hinzmann („Wir investieren dort, wo unsere Kunden leben“) spricht von „hochwertigem Wohnen in Innenstadtnähe, da gibt es Bedarf“. Alle Häuser seien barrierefrei und mit Aufzügen ausgestattet, für die Bewohner stehen Tiefgaragen-Stellplätze zur Verfügung.

Auf den Computer-Animationen des Architekturbüros Thieken + Partner ist auch ein „Park-Tower“ für 16 Pkw zu sehen. „Das wäre innovativ und würde Dorsten sicherlich gut zu Gesicht stehen“, sagt Ingo Hinzmann, „aber endgültig entschieden ist das noch nicht.“

Eine andere Ansicht auf das Projekt neben der Esso-Tankstelle. Der „Park-Tower“ (l.) ist eine Option, über die noch nicht endgültig entschieden wurde. © Büro Thieken + Partner © Büro Thieken + Partner

Mietpreise unklar, aber schon Interessenten

Zu Mietpreisen wollte sich Hinzmann noch nicht äußern, bestätigte aber, dass es bereits erste Anfragen gebe. Auch wenn Stadt und Investor in den letzten Jahren hinter verschlossenen Türen verhandelten, sickerten offenbar einige Informationen durch. Lohse betont indes: „Es handelte sich um das übliche Interessenbekundungsverfahren. Bewertet wurde das ganze Projekt nach objektiven Kriterien und völlig transparent.“

Die Wohnsituation in der Altstadt erfährt mit der Bebauung des alten Schulgeländes eine Aufwertung, die Nahversorgung wird mit einer größeren Aldi-Filiale besser. Mit Kaufland am anderen Ende der Innenstadt und „Toom“ am Platz der Deutschen Einheit gibt es zwei weitere Anlaufstellen. Doch die zur Rewe-Gruppe gehörende Handelskette wird Dorsten spätestens zum Jahresende verlassen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker