Neue Geschichtsstation in Wulfen erinnert auch an ein dunkles Kapitel

rnStadtgeschichte

Nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist am Samstag die nächste Geschichtsstation in Dorsten eingeweiht worden. Sie erinnert auch an ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte.

Wulfen

, 27.09.2020, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Südtor der St. Matthäuskirche ist am Samstagnachmittag eine neue Geschichtsstation eingeweiht worden. Sie informiert auf Wunsch der Kirchengemeinde über die Entstehung und Entwicklung der Pfarrei in Wulfen.

Die Einweihung der Geschichtsstation fand Corona-bedingt nur mit wenigen Gästen statt. Eine ursprünglich im März geplante größere Feier musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

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Auch deshalb fiel der eigentliche Festakt vor der Kirche am Samstag eher kurz aus, denn gleichzeitig mit der Eröffnung der Geschichtsstation fand auch das Pfarrfest der Gemeinde St. Matthäus statt, das in der abendlichen Messe gefeiert wurde.

„Geschichte erforschen, für die Zukunft lernen“

„Mit den Dorstener Geschichtsstationen heben wir uns positiv ab. Wir wollen in Dorsten unsere Geschichte erforschen, um für die Zukunft zu lernen“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Gerade diese Geschichtsstation hat eine besondere Bedeutung.“

Die große Tafel am Südtor der Kirche zeigt die mehr als 800-jährige Geschichte der Pfarrei St. Matthäus auf und erinnert auch an den Tag der Zerstörung Wulfens und Dorstens. „Dieser 22. März 1945 ist wie die Schrecken des Nationalsozialismus‘ eine Narbe als Mahnung im Kirchturm wie in der Dorstener Geschichte“, so Stockhoff, der sich auch freute, dass die Station als Gemeinschaftsproduktion des Vereins für Orts- und Heimatkunde, des Heimatvereins Wulfen, der Lions Dorsten-Hanse und der Pfarrei entstanden ist. „Ein gutes Zeichen, dass wir gemeinsam unsere Geschichte aufarbeiten und präsentieren wollen.“

Jung und Alt enthüllten die Tafel

Die jüngste und der älteste anwesende Kirchgänger durften dann die Geschichtsstation offiziell enthüllen. Die 16 Woche alte Aurelia Hampe mit Mutter Mareike und Engelbert Pelz (85) lösten gemeinsam die Schleife und nahmen das Tuch ab.

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Auf der Tafel ist nun zu lesen, dass die „Herren von Wulfhem“ bereits im Jahre 1173 eine erste steinerne Kirche auf dem heutigen Standort errichteten. Die Pfarrei wurde 1280 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Zwischen 1419 und 1825 wurde die Kirche drei Mal erweitert.

Bei einem großen Dorfbrand 1853 wurden der Kirchturm und elf Häuser in unmittelbarer Nähe zerstört. Der Kirchturm wurde in seiner heutigen Form neu gebaut.

Nach dem Krieg wurde die Kirche, leicht nach Norden versetzt, wieder aufgebaut. Der erhalten gebliebene Turm und der Chorraum wurden in die neue Kirche integriert. Die neue Kirche wurde 1953 eingeweiht.

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