Der Tisa-Brunnen soll künftig auf dem Platz zwischen "Altes Rathaus" und St.-Agatha-Kirche als Nachbau sein Comeback erheben. © Stefan Diebäcker
Meinung

Neuer Platz für Tisa-Brunnen: Immerhin kein fauler Kompromiss

Der Rat der Stadt ist in Sachen „Tisa-Brunnen“ einem Kompromiss-Vorschlag gefolgt. Doch besser so als ein womöglich fauler Kompromiss am alten Standort auf dem Marktplatz in Dorsten.

Der Wort des Pfarrers der Altstadt-Kirchengemeinde St. Agatha hat Gewicht. Das war früher schon so, das ist auch heute noch so. Gut, dass mit Stephan Rüdiger ein Mann das Amt bekleidet, der als Neu-Dorstener einen unbefangenen Blick auf den Tisa-Brunnen hat, dessen künftiger Standort (oder drohender Nicht-Standort) seit Monaten in den öffentlichen Diskussionen einen Keil in die Dorstener Bürgerschaft getrieben hatte.

Nahe liegende Lösung

Der vom Stadtrat mehrheitlich mitgetragene Vorschlag von Pfarrer Stephan Rüdiger, den abgerissenen Tisa-Brunnen auf dem Kirchplatz als Nachbau wieder aufzustellen, ist ein im wahrsten Sinne des Wortes nahe liegender Kompromiss, auf den vorher noch keiner gekommen war.

Aber wie es mit Kompromissen so ist – sie sind nie eine optimale Lösung. Man muss nun vor allem sehen, wie es mit der ungeklärten Finanzierbarkeit dieser Lösung aussieht. Und einige derjenigen, die sich so vehement für den bisherigen Brunnen-Standort auf dem Marktplatz ausgesprochen hatten, werden angesichts des „versteckten“ neuen Standorts noch lange ihre Wunden lecken.

Doch wäre der Rat dem Votum des Kunstbeirats gefolgt, hätte er sich einer Replik verschlossen, wäre womöglich ein inhaltlich und ästhetisch fragwürdiges „Irgendwie-Tisa-Wasserspiel-Konstrukt“ auf den Markt gesetzt worden. Erst das wäre dann ein fauler Kompromiss geworden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein