Neues Leben auf dem Wulfener Markt?

Drohende Fonds-Pleite birgt eine Chane

In der drohenden Pleite des Medico-Immobilien-Fonds liegt möglicherweise eine Chance, neues Leben auf den Wulfener Markt zu bringen. Jedenfalls hat die Eigentümerin der Wulfener Ladenpassage vorläufige Insolvenz beim Amtsgericht in Düsseldorf angemeldet.

Wulfen

, 13.04.2015, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neues Leben auf dem Wulfener Markt?

Gähnender Leerstand in der imposanten Ladenzeile mit den darüber liegenden Wohnungen am Wulfener Markt: Sie sei von Anfang an ein tot geborenes Kind gewesen, behaupten Kritiker.

Sollte durch die drohende Pleite des Fonds nun Bewegung in den jahrelang anhaltenden Stillstand kommen? „Schön wär‘s“, kommentiert der Barkenberger Rainer Diebschlag.

Leerstand in 39 Ladenlokalen

Der Wulfener Markt mit seinem endlos währenden gähnenden Leerstand in den 39 Ladenlokalen ist für die Menschen in Barkenberg nämlich ein schwer erträglicher Anblick. Die Gebau-Gruppe, die den Medico-Fonds aufgelegt hat, habe in den letzten Jahren alle Bemühungen vonseiten der Dorstener abgewehrt, das Zentrum wiederzubeleben. „Der Betreiber der Gastronomie im Gemeinschaftshaus Wulfen hatte ein Konzept, die Eisdiele am Markt wiederzueröffnen – vorausgesetzt, Gebau hätte mit Investitionen in die Heizungsanlage des Ladenlokals die Grundlagen dafür geschaffen“, erzählt Diebschlag.

Verhandlungen scheiterten

Gebau aber habe abgewunken und dem potenziellen Bewerber zu verstehen gegeben, er solle selbst dafür sorgen, dann stünde seiner Geschäftsidee nichts im Weg. „Das war aber für ihn nicht machbar, sodass er dieses Vorhaben aufgeben musste.“ Auch die Dorstener Prisma Immobilien GmbH der Tempelmann-Gruppe habe, bevor sie dann das Einkaufszentrum PEP (Prisma-Einkaufs-Park) in unmittelbarer Nachbarschaft der Ladenpassage am Wulfener Markt in Angriff nahm, Interesse gehabt, das weiträumige Objekt am Markt zu erwerben. „Die Verhandlungen scheiterten daran, dass die Wohnungen über den Geschäften in der Ladenpassage noch sozial gebunden waren und Gebau verlangt hat, dass der Investor die finanzielle Ablösung schultern solle“, erinnert sich Diebschlag. Die unendliche Geschichte um die Wulfener Ladenpassage – sie wurde in den 1980er-Jahren eröffnet – ist natürlich auch im Detail bei der Stadt bekannt.

Stellungnahme der Stadt

Gleichwohl hält sich die Verwaltung in ihrer Stellungnahme vorsichtig zurück, schreibt aber auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Insolvenz des Fonds ist im Hause seit etwa 14 Tagen bekannt. Der technische Beigeordnete Holger Lohse sieht darin ein Handlungserfordernis auch bei der Stadt Dorsten. Aus Sicht der Stadt stellt sich vor allem die Frage, ob das Verfahren helfen kann, den seit vielen Jahren bekannten städtebaulichen Missstand zu beheben. Aktuell ist nach unserer Kenntnis derzeit nur eins von 39 Ladenlokalen belegt. Auch in den Wohnungen gibt es einen sichtbar hohen Leerstand. Genaue Zahlen hierzu liegen uns nicht vor. Unter Federführung des technischen Dezernats wird derzeit geprüft, welche Handlungsoptionen die Stadt im weiteren Verfahren haben könnte.“

Tausenden Anlegern drohen Verluste, meldete das Manager-Magazin in seiner Ausgabe vom 21. März. Insbesondere Ärzten und Apothekern wurden die so genannten Medico-Fonds als Altersvorsorge angedient. Anwälte prüfen nun, inwieweit die vermittelnden Banken beziehungsweise die Gebau-Gruppe in Regress genommen werden können. Sieben geschlossene Immobilienfonds der Gebau-Gruppe, darunter Nr. 18 mit der Immobilie am Wulfener Markt, mussten vorläufige Insolvenz anmelden. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Georg Kreplin aus Düsseldorf, sagte gegenüber dem Manager-Magazin, dass die Fonds vornehmlich in Warenhäuser, Kinos, Hotels und andere Objekte investiert hätten. „Weil deren Verkehrswerte laut Marktbeobachtern teilweise weit unter den früheren Kaufpreis gesunken seien, seien offenbar erhebliche Verluste aufgelaufen“, wird Kreplin in dem Magazin zitiert.

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