Die Projektgruppe Brückenschlag mit (v.l.) Franz-Josef Stevens, Kai Kaczikowski, Kathrin Pieren und Dr. Norbert Reichling stellten das Brückenschlag-Programm vor. © Lisa Wissing
Vorträge

Neues Programm: „Brückenschlag“ räumt mit Vorurteilen und Feindbildern auf

Nachrichten über Antisemitismus, Hass und Hetze reißen nicht ab. Mit ihrem neuen Programm möchte die Dorstener Projektgruppe „Brückenschlag“ Vorurteilen und Feindbildern entgegenwirken.

Bei einem Blick in die Nachrichten der vergangenen Wochen wird schnell klar, wie häufig Antisemitismus in Deutschland leider Thema ist. Jüngst erklärte der jüdische Musiker Gil Ofarim in einem zweiminütigen Video, dass ihm das Einchecken im Leipziger Hotel Westin wegen seiner Davidstern-Kette verweigert worden sei. „Vorurteile und Feindbilder gegenüber Juden und Muslimen treten in der Pandemie deutlich hervor“, erklären die Mitglieder der Dorstener Projektgruppe Brückenschlag.

Schüler führen durch die Ausstellung

Um dem entgegenzuwirken, hat die Projektgruppe verschiedene Ausstellungen und Vorträge von Oktober bis Mitte November geplant. Ab dem 29. Oktober (Freitag) können Interessierte die Ausstellung „Angst vor Hass“ im Gymnasium Petrinum kostenlos besuchen. „Spannend ist dabei nicht nur der Inhalt. 15 qualifizierte Schülerinnen und Schüler führen die Besucher durch die Ausstellung“, sagt Franz-Josef Stevens begeistert. „Das ist ein Ansatz, der sich sehr bewährt hat“, fügt Dr. Norbert Reichling hinzu.

Eine Reihe an Vorträgen startet am 27. Oktober (Mittwoch) um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Agatha am Kirchplatz 3 mit einem Referat von Prof. Dr. Paul Zulehner ehemaliger Professor für Pastoraltheologie in Wien. Er spricht darüber, was die Menschen während der Pandemie bewegt. Dabei wirft er auch die Frage auf, welche Rolle die Kirche in dieser Zeit gespielt hat. Anmeldungen unter Tel. (02362) 1201419 oder per Mail an stagatha-dorsten@bistum-muenster.de.

Prof. Dr. Paul Zulehner spricht am 27. Oktober (Mittwoch) darüber, was die Menschen in der Pandemie bewegt. © Privat © Privat

Religionswissenschaftlerin beantwortet Fragen rund um den Islam

Am 28. Oktober (Donnerstag) um 19.30 Uhr geht es mit einem Vortrag von Naomi Roth, Museumspädagogin im Jüdischen Museum Westfalen, weiter. Sie spricht über Verschwörungsmythen und wie diese im letzten Jahr Aufwind erhalten haben. Sie erläutert ebenfalls, welcher Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Verschwörungsmythen besteht. Interessierte können sich ab sofort eine Karte zum Preis von 6 Euro für das Referat im Jüdischen Museum unter Tel. (02363) 45279 oder per Mail an info@jmw-dorsten.de reservieren.

Die nächsten Referate folgen im November. Religionswissenschaftlerin und Referentin der Stiftung Weltethos, Saida Aderras, gibt am 9. November (Dienstag) ab 19 Uhr im Pfarrheim St. Josef in Hervest einen Einblick in die islamische Religion.

Saida Aderras beantwortet am 9. November (Dienstag) Fragen unter dem Motto „Was ich eine Muslima schon immer fragen wollte“. © Privat © Privat

Anschließend beantwortet sie unter dem Motto „Was ich eine Muslima schon immer Fragen wollte“ Fragen über den Islam. Teilnehmer können sich kostenlos bei Kai Kaczikowski unter Tel. (02362) 790405 oder per Mail stpaulus-hervest@bistum-muenster.de anmelden.

Olaf Sundermeyer in der Aula des Gymnasiums Petrinum

Am 10. November (Mittwoch) ab 19.30 Uhr hält der gebürtige Dortmunder, Olaf Sundermeyer, einen Vortrag über den „Stresstest für die Demokratie“. Sundermeyer beobachtet die nationalpopulistische Bewegung seit vielen Jahren aus der Nähe.

Olaf Sudermeyer kommt am 10. November (Mittwoch) nach Dorsten. © Privat © Privat

Er analysiert dabei ihre Strategien und Protagonisten, die Deutschland einen Stresstest aufzwingen. Interessierte können sich einen Platz in der Aula des Gymnasiums Petrinum unter Tel. (02362) 45279 oder per Mail rezeption@jmw-dorsten.de sichern.

Schließlich endet die Vortragsreihe am 15. November (Montag) mit einem Referat des Pfarrers Ludger Ernsting von der Gastkirche in Recklinghausen. Er möchte im Pfarrheim St. Antonius in Holsterhausen dazu anregen, die enge Verbundenheit des Judentums mit dem Christentum wahrzunehmen. Für den kostenlosen Vortrag um 20 Uhr gehen Anmeldungen an Hans-Jochen Schräjahr, Tel. (02362) 64407 oder per Mail an hj@schraejahr-dorsten.de. „Wir versuchen, damit auch umliegende Stadtteile einzubeziehen“, erklärt Franz-Josef Stevens.

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