Nina Haase - Von Barkenberg hinaus in die Welt

Mitarbeiterin der Deutschen Welle

Für die Deutsche Welle blickt Nina Haase in die ganze Welt. Sie ist leidenschaftliche Europäerin. Die Wurzeln dafür liegen in Wulfen-Barkenberg. Hier ist die 35-Jährige aufgewachsen. Hier wurde ihre Neugier auf andere Kulturen geweckt.

Wulfen-Barkenberg

, 15.09.2015, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nina Haase - Von Barkenberg hinaus in die Welt

Nina Haase hat lange Zeit aus Brüssel für die Deutsche Welle berichtet, inzwischen lebt und arbeitet die Barkenbergerin in Berlin.

Ganz schön weit rum gekommen ist Nina Haase seitdem. Zehn Jahre hat sie als Reporterin, Moderatorin und Redakteurin für die Deutsche Welle gearbeitet. Sie hat aus Australien, Indien und China berichtet.

Erster Karrieresprung

Erster Karrieresprung war dann die Korrespondentenstelle in Brüssel. Drei Jahre moderierte sie auf Deutsch und Englisch das Magazin Europa aktuell, hat außerdem für die Nachrichten als Expertin von den Entscheidungen der EU berichtet. „Ich habe mir so manche Nacht in den Ratsgebäuden um die Ohren geschlagen“, erzählt sie. Um 9 Uhr ins Büro und um 6 Uhr morgens wieder raus – das war keine Seltenheit. „Ich frage mich immer, wie die Politiker das machen.“ Im Mai kam der nächste Karrieresprung.

Referentin

Als Referentin der Programmdirektorin und des Chefredakteurs der Deutschen Welle ist sie das verbindende Glied zwischen Programmentscheidern und Programmmachern. Es ist eine neue Herausforderung. Hier geht es um strategische Entwicklungen, um neue Programmschwerpunkte. Gerade wird an der Entwicklung eines afrikanischen Fernsehprogramms auf Kisuaheli gearbeitet. Auch der Strom der Flüchtlinge, der Europa erreicht, ist Thema. Aber es geht genauso um Personalfragen.

Die erste Zeit, so erzählt sie, war ein Crashkurs in Sachen Diplomatie und interner Kommunikation. Nina Haase lebt gerne in Berlin, viel lieber als in Brüssel. „Es gibt nichts Schöneres, als im Sommer in einem Park zu sitzen und die besondere Atmosphäre zu spüren“, sagt sie und überlegt kurz. „Obwohl, an der Lippe mit dem Fahrrad fahren, das ist genauso schön.“ Nicht nur wegen ihrer Mutter kommt sie immer mal wieder nach Dorsten. Ein Schulfreund, der inzwischen auch in Berlin lebt, lädt Freunde regelmäßig zum Pflichtbesuch ins Ruhrgebiet ein. „Dann fahren wir mit dem Rad durchs Grüne und alle staunen.“

Stark geprägt in Kindheit und Jugend

„Ich habe immer noch das Gefühl, dass mich meine Kindheit und Jugend sehr stark geprägt hat“, sagt die Journalistin. Sie erzählt von iranischen und türkischen Freundinnen, von der Selbstverständlichkeit des Miteinanders. Und von ihren Eltern, die sie zu jedem nur denkbaren Schüleraustausch schickten. Beide waren übrigens Lehrer an der Gesamtschule Wulfen. „Das war nicht immer schön“, erinnert sich Nina Haase. „Da wurde ich schon mal angesprochen, warum mein Vater jemandem eine Fünf in Sport gegeben hat.“ Später hat sie in Köln ein mehrsprachiges Studium absolviert, hat auch je ein Jahr in England und Frankreich gelebt.

Ihre Diplomarbeit beschäftigte sich mit der Entstehung der europäischen Identität und der Bedeutung der Medien. Ein Dozent empfahl ihr die Deutsche Welle mit den Worten: „Das ist so ein Medium, wo man untersucht, wie die Länder zusammenwachsen.“ Heute, zwölf Jahre später, sagt sie: „Viele Sätze, die ich damals geschrieben habe, gelten heute noch.“

Europäische Union

Damals gab es noch nicht die finanzielle Krise der Europäischen Union. Die nationalen Egoismen, so Nina Haase, haben sich seitdem zugespitzt. Sie sagt: „Man braucht eine viel stärkere Präsenz der EU in den Herzen der Menschen.“ Europäische Einheit – für die Dorstenerin war das nie ein theoretisches Konzept. „Ich konnte es immer leben.“ Erst recht bei der Deutschen Welle. „An meinem ersten Tag bei der Deutschen Welle habe ich gedacht, das ist ein Ort, an dem auch die Mittagspause spannend ist“, erinnert sich Nina Haase. Heute, Jahre später, sagt sie immer noch: „Mein Beruf ist mein Traumberuf.“

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