Not im beschaulichen Dorsten lindern

10.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten «Ich hatte keine Ahnung, wie viel Not hier im recht beschaulichen Dorsten herrscht. Not macht zurückhaltend, die Familien tragen das nicht gern nach draußen.» Mia Krause gehört seit einem halben Jahr zu den Frauen, die beim Sozialdienst katholischer Frauen die Betreuung von Müttern und Familien in Not übernehmen. «Ich hatte familiär bedingt mehr Zeit, wollte aber nicht in den Beruf. Meine Tante hat mir den SkF vorgestellt, so bin ich dazu gekommen», erzählt Mia Krause. «Leidtragende der Not sind meist die Kinder. Es ist beruhigend, eine kleine Möglichkeit zur Linderung zu geben», erklärt sie ihren Antrieb für das Ehrenamt und nennt Beispiele: Etwa, als der Schultornister beschafft oder die Sicherheitsausrüstung für den Sport gekauft werden konnte. «Das bringt jeder Helferin etwas zurück», weiß Mia Krause und erhält Zustimmung von Ingrid Clink, die seit mehr als vier Jahren im Dienst ist. Sie erinnert sich, dass sie «am Anfang erschüttert, manchmal auch wütend» war. Familien, die mit Anträgen und Ämtern nicht zurecht kommen, finden beim SkF Hilfe. «Die Frauen sind zermürbt und trauen sich nicht mehr», so Clink aus Erfahrung. Sie schildert das Beispiel einer allein erziehenden Mutter, deren Tochter sich die Ausbildung als PTA - Pharmazeutisch-Technische-Assistentin - wünschte, aber die Mutter das Schulgeld nicht zahlen konnte. Der SkF vermittelte BaFög und überbrückte die zwischenzeitliche Finanzierung. «Jetzt hat die junge Frau ihre Ausbildung abgeschlossen», freut sich Ingrid Clink über die Früchte dieses Einsatzes. Mia Krause bringt Erfahrung mit Behinderungen ein und konnte betroffenen Angehörigen helfen, Behindertenausweise zu beantragen und Hilfsmittel zu bekommen.

Netzwerk nutzen

Die Kontakte zu den Familien kommen über den Caritas-Verband, aber auch über Kirchengemeinden zustande. «Wir setzen uns mit Ämtern auseinander und leiten die Familien dahin weiter, wo sie Unterstützung erfahren können», betont SkF-Vorsitzende Marlies Vogel. Aktuell wurden für Kinder Ferienmaßnahmen unterstützt. «Wir haben Spenden speziell dazu erhalten», freut sie sich. Oft fehlen fürs Sommerlager Turnschuh oder Gummistiefel. Hier kann dann auch die Kleiderkammer des SkF helfen. Deren gesamter Erlös fließt direkt in die Arbeit mit den Familien. se

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