Opfer auf offener Straße das Gesicht zertrümmert - viele weitere Vorwürfe gegen den Täter

rnGerichtsprozess

Er zertrümmerte in Dorsten seinem Opfer mit einem brutalen Tritt das Gesicht - dafür bekam der Täter nun vor Gericht die Quittung. Doch es gibt zig weitere Straftatvorwürfe gegen den Mann.

Dorsten

, 04.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das war eine ganz, ganz fiese Geschichte.“ Dieses Resümee zu dem brutalen Geschehen im November 2018 auf der Straße „Im Harsewinkel“ in Dorsten zog Strafrichterin Lisa Hinkers am Mittwoch (4. März) bei der Urteilsverkündung des Dorstener Schöffengerichts.

„Lebensgefährdend“ sei der Fußtritt des Beschuldigten in das Gesicht des Opfers gewesen - und dafür bekam der 32-jährige Angeklagte jetzt die Quittung.

„Wollte ihn im Bauchbereich treffen“

In der vergangenen Woche hatte der schlimme Gewaltakt, der im November 2018 auf offener Straße passiert war, erstmalig das Schöffengericht beschäftigt. Damals war ein zufälliger Begleiter des Haupttatverdächtigen frei gesprochen worden.

Schon in der Vorwoche hatte der 32-Jährige Hauptangeklagte als Zeuge ausgesagt - und hatte die Vorwürfe mehr oder weniger eingeräumt. „Ich habe ihn geschlagen und auch getreten“, bestätigte der Dorstener auch am Mittwoch.

Trümmerfraktur im Gesicht

Der Tritt war so heftig, dass das Opfer eine Trümmerfraktur des Gesichts erlitt. „Aber eigentlich wollte ich ihn nicht am Kopf, sondern im Bauchbereich treffen.“

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Was genau der Auslöser für die Auseinandersetzung war, blieb auch am Mittwoch im Dunkeln. „Wir haben schon immer Probleme miteinander gehabt“, sagte das Opfer aus.

Der Angeklagte, der nach eigener Aussage an dem Nachmittag Kokain intus hatte, erklärte, er sei von dem Widersacher „schwer beleidigt worden“. Und zwar mit dem Wort, mit dem Fußballfans derzeit immer wieder auf Plakaten im Stadion ihre Abneigung gegen einen Vereinspräsidenten zum Ausdruck bringen.

„Die Sache war eigentlich schon zu Ende“

Das Opfer wies strikt von sich, ausfallend geworden zu sein. Seine Lebensgefährtin hingegen, die damals mit dabei war, wollte die Schimpfworte aber nicht ausschließen. Die Freundin erklärte, nach den beiden Schlägen „war die Sache doch eigentlich zu Ende“.

Ihr Freund wollte seine Mütze, die zu Boden gefallen war, wieder aufheben. Dann sei der Angeklagte zurückgekommen, „und hat ihn beim Bücken voll ins Gesicht getreten, alles war sofort voller Blut“.

Das Heilungsverfahren ist auch anderthalb Jahre nach der Tat noch immer nicht abgeschlossen. „Jetzt erst kann die Zahnarztbehandlung beginnen“, so das lädierte Opfer.

Urteil: 18 Monate Haft

Der Angeklagte hat seit seiner Jugend immer wieder mal etwas auf dem Kerbholz gehabt, saß bereits mehrere Jahre im Gefängnis. Und auch jetzt lautete das Urteil: 18 Monate Haft.

Und es könnten durchaus noch einige Monate dazu kommen: Am kommenden Mittwoch (11. März) muss sich der 32-Jährige wieder vor Gericht verantworten - er soll für mehr als 80 Einbruchsdiebstähle in Dorsten und Umgebung verantwortlich sein.

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