Der sogenannte „Po-Grapscher“ von Holsterhausen hat sich freiwillig der Polizei gestellt. © picture alliance/dpa
Fahndungserfolg

„Po-Grapscher“ stellt sich der Polizei – aber was ist wirklich strafbar?

Der mutmaßliche „Po-Grapscher“ von Holsterhausen hat sich freiwillig gestellt. Doch Fragen bleiben offen: Was ist wirklich strafbar? Und was hat es mit einer Sexpuppe auf sich?

Nach wochenlangen Ermittlungen glaubt die Polizei zu wissen, wer der Mann ist, der Anfang September mehrere Frauen in Holsterhausen belästigt haben soll. Es handelt sich um einen 34-Jährigen ohne festen Wohnsitz.

Polizeisprecher Andreas Lesch teilte am Montag mit, dass sich der gebürtige Dorstener freiwillig gestellt hat. „Aus dem früheren sozialen Umfeld des Tatverdächtigen kam der entscheidende Hinweis. Er konnte dann dazu bewegt werden, sich bei der Polizei zu melden.“

Nähere Einzelheiten zu dem Mann und seinem Umfeld wollte die Polizei auf Nachfrage nicht preisgeben. Der Tatverdächtige sei bereits vernommen worden und wieder auf freiem Fuß. Was ihm letztlich wirklich angelastet werden kann, ist laut Lesch noch unklar. Der wohl schwerwiegendste Vorwurf: Er soll am 5. September einer 15-Jährigen an den Po gefasst haben.

Sexpuppe in einer Scheune gefunden

Neben der sexuellen Nötigung des Mädchens wurde u.a. eine weitere Berührung einer Zeugin an der Schulter angezeigt. „Danach ist der Tatverdächtige aber nicht mehr in Erscheinung getreten“, sagte Andreas Lesch bereits vor zwei Wochen. Auch ein Hausfriedensbruch ist damals angezeigt worden, doch ob der Tatverdächtige wirklich in eine Scheune eingedrungen ist, sei noch nicht erwiesen.

Die Eigentümerin hatte dem Obdachlosen nach eigenen Angaben einen Schlafplatz verweigert, am nächsten Morgen war die Scheune aufgebrochen. Nach Informationen dieser Redaktion wurde dort eine selbst gebastelte Sexpuppe gefunden. Die Polizei wollte sich dazu bislang nicht äußern.

Ein Anwohner der Hagenbecker Straße, wo der Mann mit Fahrrad und Fernglas mehrfach gesehen wurde, hatten eigenhändig Steckbriefe gemalt und ausgehangen. Ob sie dazu beigetragen haben, dass sich der Tatverdächtige gestellt hat, wusste Polizeisprecher Lesch am Montag nicht.

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Redaktionsleiter in Dorsten
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Stefan Diebäcker