Polizei nimmt bei Drogenverdacht Pipiprobe

An Ort und Stelle

Wer Drogen nimmt und trotzdem Auto fährt, muss bei einer Polizeikontrolle die Hosen runterlassen. Unter diskreter Aufsicht der Einsatzkräfte kann vor Ort, an einer geeigneten Stelle eine Pipiprobe abgegeben werden. Die Abgabe ist allerdings freiwillig und soll einen Anfangsverdacht schneller be- oder entkräften als andere Tests.

DORSTEN

von Von Tobias Nordmann

, 22.06.2012, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeisprecher Kim Ben Freigang mit dem Urinbecher (rechts) und dem Tester. Die Handschuhe schützen vor Hautkontakt mit der Pipi-Probe. Schon zwei Minuten nach dem Test ist das Ergebnis in einem kleinen Sichtfenster erkennbar.

Polizeisprecher Kim Ben Freigang mit dem Urinbecher (rechts) und dem Tester. Die Handschuhe schützen vor Hautkontakt mit der Pipi-Probe. Schon zwei Minuten nach dem Test ist das Ergebnis in einem kleinen Sichtfenster erkennbar.

Der Test reagiert auf alle gängigen Drogen, also unter anderem auf Marihuana, Kokain und Heroin. Wird ein Konsument überführt, muss er sich ebenfalls einem Bluttest unterziehen. In den vergangenen Jahren hat die Polizei im Kreis eine Zunahme von Unfällen beobachtet, die von Fahrern unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursacht worden sind, erklärt Hörst. Die Einnahme von Drogen verändert das Fahrverhalten massiv. Die Reaktionsfähigkeit nehme ab, die Risikobereitschaft steige, außerdem würden Gefahrensituationen falsch eingeschätzt, sagt die Sprecherin.

In der Polizeistatistik sind im Jahr 2011 für den gesamten Kreis 150 solcher Unfälle vermerkt. Das Problem ist in Dorsten nicht zu unterschätzen: Hier wurden 22 Unfälle gemeldet, eine Zunahme von 120 Prozent gegenüber 2010. „Wir wollen die Straßen sicherer machen“, sagt Ramona Hörst. Deswegen würden auch gezielte Drogenkontrollen durchgeführt. Die Pipiprobe komme auch bei einer normalen Verkehrskontrolle zum Einsatz.

Lesen Sie jetzt