Potter sorgt nicht für Wirbel

13.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dorsten Harry-Potter-Mania überall? Falsch, Dorsten scheint nicht so Potter-verrückt zu sein, wie andere Kreisstädte.

In gut einer Woche kommt der neue Roman (Titel: "Deathly Hollows") im englischen Original auf den Markt. Sowohl die Altstadt-Buchhandlung als auch die Buchhandlungen König und Schwarz auf Weiß werden ihre Tore nicht um Mitternacht öffnen, um ganz eingefleischte Fans in den ersten Exemplaren des siebten Potter-Bands schmökern zu lassen. "Die Nachfrage ist einfach nicht da", weiß Marion Pabst von Schwarz auf Weiß. "Für die deutsche Übersetzung haben wir dagegen schon viele Vorbestellungen." Auch Marc Kühnast und Gabi Steentjes von der Buchhandlung König wollen erst im Oktober, wenn der siebte Potter auf deutsch erscheint, eine mitternächtliche Lesestunde veranstalten.

Hype ist unverständlich

Für kleine Buchhandlungen ergibt sich bei englischsprachiger Literatur außerdem ein ganz spezielles Problem. Weil es, anders als bei deutschen Titeln, keine Preisbindung gibt, können die großen Ketten die Bücher um einiges günstiger anbieten. Auch ein Grund, warum die Nachfrage nach "Deathly Hollows" bei den kleineren Geschäften in Dorsten bisher eher gering war.

Für Karel Krenek ist der ganze Potter-Hype sowieso unverständlich. Der Bücher-Experte ist Kunde bei der Bücherei König und findet, dass die Deutschen einen Hang zum übertreiben haben. Seit 35 Jahren wohnt der Dorstener, der in der heutigen Tschechei geboren wurde, in der Bundesrepublik. Lange genug, um eine Bresche für deutsche Autoren zu schlagen: "Die Kinder sollten statt Harry Potter lieber mal Grimms Märchen lesen." Krenek beklagt auch, dass andere Titel gegen den übermächtigen Potter kaum noch eine Chance hätten. Buchhändler Kühnast kann das bestätigen: "Wenn im Herbst die deutsche Ausgabe kommt, fragt kaum noch jemand nach etwas anderem."

So oder so, die echten Potter-Fans juckt das nicht, sie erwarten "Deathly Hollows" mit Spannung. ah

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