«Prediger muss Gemeinde lieben»

01.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Grafenwald Der Abschied fiel schwer. Als Pfarrerin Gudrun Kröger am Sonntag ihren letzten Gottesdienst im Gemeindezentrum Grafenwald hielt, war die Stimmung spürbar gedrückt.

Bis auf den letzten Stuhl besetzt war die Kirche und selbst im Foyer und an den Fensterfronten hatten die Gemeindemitglieder sich versammelt, um den Abschlussgottesdienst zu verfolgen.

Beim Aufräumen und Ausmisten habe sie die Predigt ihrer Einführung vom 26. April 1984 wiedergefunden, erzählte Gudrun Kröger und erinnerte sich an ein Zitat, welches sie während ihrer Zeit in Grafenwald geprägt hatte: «Der Prediger muss seine Gemeinde lieben». Die gemeinsamen Erlebnisse, Erfahrungen, Begegnungen und Veranstaltungen seien unvergesslich geworden und haben sie eng mit den Menschen ihrer Gemeinde verbunden.

Die feierliche Messe und die Trauer über den Abschied bewiesen vor allem eins: den engen Zusammenhalt der Gemeinde. Umarmungen und erste kullernde Tränen begleiteten den Abschlussgesang. Nach der Messe fand man sich zusammen, um über die Vergangenheit und die Zukunft zu diskutieren. Man blickt mit Sorge auf die kommenden Monate. Die endgültige Schließung des Gemeindezentrums hält niemand mehr für fern. «Zum 31.12. wird sich der Förderverein auflösen», bedauerte der Vorsitzende Bernd-Ulrich Schubert. Bis dahin stehen mit dem Gemeindefest und zwei Kabarett-Abenden im November und Januar noch drei Termine auf dem Programm. Danach wird außer der zugesagten pfarramtlichen Versorgung keine weitere Gemeindearbeit mehr stattfinden.

Nach den Sommerferien soll Gudrun Kröger im Kirchenkreis Recklinghausen eine neue Stelle ausfüllen, zum Teil im schulischen Bereich und zum Teil in einer anderen Gemeinde in Marl. Ihr fiel der Abschied sichtlich schwer. Man hatte sich noch vieles zu sagen und die Schlange derer, die sich persönlich von ihrer Pfarrerin verabschieden wollten, wollte gar nicht enden. tif

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