Probleme im Schilderwald: Wanderer kommen leicht vom Weg ab

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Der Fernwanderweg „Hohe-Mark-Steig“, der auch durch Dorsten führt, sollte eigentlich im Juni eröffnet werden. Doch nicht nur die Corona-Krise sorgt für eine erhebliche Verzögerung.

Lembeck, Rhade

, 15.07.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wanderer, die den Hohe-Mark-Steig begehen wollen, sich aber wegen fehlender Hinweisschilder verlaufen: Von solchen Begegnungen berichtete ein Kommunalpolitiker aus Lembeck kürzlich im Umwelt - und Planungsausschuss.

Auch die Geschäftsstelle des „Naturpark Hohe Mark“ warnt ausdrücklich diejenigen, die den Fernwanderweg. der auch durch den Dorstener Norden führt, nutzen wollen: „Es besteht die Gefahr, dass Sie vom Weg abkommen.“ Zwar sei mit der Ausschilderung begonnen worden, „aber dennoch bestehen noch Wegelücken“, heißt es auf der Internet-Seite des Naturparks.

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Aber sollte der Hohe-Mark-Steig zwischen Olfen und Wesel nicht schon längst eröffnet worden sein? Ja, aber der offizielle Startschuss wurde verschoben.

Start im Frühjahr 2021

Wegen der Corona-Krise und ihrer Abstandsregelungen wurde der im Juni geplante Festakt abgesagt, sagt Holger Böse, der für den Hohe-Mark-Steig zuständige Bereichsleiter beim Regionalverband Ruhr (RVR). Deshalb sei die Eröffnung zunächst auf Oktober 2020 vertagt worden. „Das ist ja aber nicht unbedingt die Wandersaison“, so Böse. Deswegen ist jetzt das Frühjahr 2021 anvisiert.

Der RVR als „Projektleiter“ hatte den Sauerländischen Gebirgsverein als „Partner vom Fach“ mit der Ausschilderung vor Ort beauftragt. Der habe zwar gut gearbeitet, dennoch gebe es im Schilderwald Probleme. Das hängt laut Holger Böse auch damit zusammen, dass bereits einige Hinweisschilder von Vandalen zerstört oder von Souvenirjägern mitgenommen wurden.

Der Hohe-Mark-Steig verläuft von Wesel nach Olfen.

Der Hohe-Mark-Steig verläuft von Wesel nach Olfen. © Naturpark Hohe Mark

Zudem war ein Teil der Schilder im Winter wieder von den Bäumen gefallen. „Vielleicht lag es am Kleber, vielleicht an der Witterung.“ Derzeit fehlen auch Markierungspfähle und Hauptwegweiser, „aber zu rund 60 Prozent ist alles fertig“, so Böse.

Liefertermine verschoben

Die Corona-Krise habe nicht nur die Planungen verzögert, sondern auch die Liefertermine. Etwa beim Holzmobiliar. Beispielsweise hat ein Lieferant Metallteile bei einem norditalienischen Produzenten bestellt: „Da hat es wegen der Corona-Pandemie natürlich Lieferengpässe gegeben.“

Und zu guter letzt seien noch Anpassungen bei der Streckenführung nötig gewesen. Da eine Zertifizierung nach den Kriterien des deutschen Wanderverband angestrebt sei, habe man eine Liste mit 23 Punkten abarbeiten müssen. „Da ging es von den Sehenswürdigkeiten bis zur Oberflächenbeschaffenheit“, so Böse: „Die Wanderer wollen ja nicht auf Asphalt laufen.“

Detaillierte Karten geplant

Sobald die Wegeführung des 1,6 Mio. Euro teuren Hohe-Mark-Steigs abschließend geklärt wird und eine durchgängige Beschilderung auf der gesamten Strecke vorhanden ist, wird es auf der Homepage des Naturparks Hohe Mark eine digitale Streckenführung sowie detaillierte Karten geben.

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