Q-Tipps gehören nicht ins Klo

Lippeverbandstag im Polder-Park

Wasser spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Die Wenigsten wissen aber was damit passiert, sobald es durch unsere Abflüsse gelaufen ist. Beim "Tag des Lippeverbands" am Samstag im Polderpark wurden die Besucher rund um das Thema von Experten aufgeklärt.

Dorsten

, 09.08.2015, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als einer der Hauptsponsoren durfte natürlich auch ein Tag ganz im Sinne des Emscher-Lippe-Verbands im Polderpark nicht fehlen. "Wir stellen heute unsere Arbeit als Wasserwirtschaftler vor. Viel zu Wenige wissen nämlich, was mit unserem Wasser passiert, sobald beispielsweise die Toilettenspülung betätigt wurde", erklärte Ilias Abawi, Sprecher des Verbands.

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Um den Besuchern die komplexen Vorgänge begreiflich zu machen, bot der Lippeverband ein buntes Programm für Klein und Groß. Dazu wurde nicht nur das Gelände des Polderparks mit Infoständen und einer kleinen Forschungsstation ausgestattet, sondern auch kostenlose Bustouren zum größten Pumpwerk in Dorsten am Hambach und zur Kläranlage angeboten.

Viel Arbeit 

"Den Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel Arbeit in der Aufbereitung unseres Wassers steckt", sagte Abawi. Dabei sind die Klärwerke und vor allem auch die Pumpwerke besonders wichtig, denn knapp 70 Prozent des Stadtgebiets wären ohne die Pumpwerke Poldergebiete: "Durch den Bergbau würden in Dorsten viele Stellen unter Wasser stehen und wären nicht bebau- oder bewohnbar. Damit dies nicht passiert, haben wir hier gleich mehrere Pumpwerke", so Christof Illigen, Betriebsanlagenmanager für den Dorstener Teil der Lippe.

Außerdem machte er deutlich, dass bestimmte Gegenstände wie etwa Q-Tipps, Damenhygieneartikel oder anderer Müll nicht in die Toilette gehören: "Dadurch wird die Arbeit in den Kläranlagen immer teurer und aufwendiger und die Wasserqualität der umliegenden Gewässer kann darunter leiden."

Gut bis befriedigend

Dabei ist die Wasserqualität der Lippe seit den 1970er- Jahren deutlich besser geworden. "Inzwischen befinden wir uns mit der Lippe in einem guten bis befriedigenden Bereich. Das merkt man natürlich auch an der Tierwelt, die wieder vielfältiger geworden ist", erklärte Wasser-Ökologe Thomas Korte an einem Stand auf dem Gelände. Körbchenmuscheln, Flohkrebse, Libellen und verschiedene Fliegenarten fühlen sich in der Lippe besonders wohl und konnten am Samstag auch mit einem Blick durchs Mikroskop genauer erforscht werden.

Allerdings verirren sich auch immer mehr Exoten in die Lippe, wie etwa der Amerikanische Marmorkrebs: "Den wollen wir hier nicht haben, weil er erstens ein Nahrungskonkurrent für die heimischen Tiere ist und zweitens auch noch eine Krankheit an andere Krebsarten übertragen kann."Jana Kolbe

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