Rätsel um eines der unbekannten Häuser von alter Ansichtskarte in Dorsten ist gelöst

Stadtgeschichte

Nach Hinweisen von Lesern ist eines der Rätsel um zwei unbekannte Häuser, die ein Dorstener auf historischen Postkarten entdeckt hat, gelöst. Die Villa Großbüning aber bleibt ein Geheimnis.

Dorsten

, 07.09.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rätsel um eines der unbekannten Häuser von alter Ansichtskarte in Dorsten ist gelöst

Das Mehrfamilienhaus, das die Frontseite einer der beiden Ansichtskarten von 1910 ziert, steht zum Teil noch immer am Alten Postweg in der Altstadt. © Michael Klein

Das Rätsel um die beiden ihm unbekannten historischen Häuser, das der Dorstener Wolfgang Burkhardt mithilfe der Leser unserer Zeitung zu lösen versuchte (DZ+), ist immerhin zur Hälfte gelüftet.

Denn eines der beiden Gebäude, die der „Heimatsammler“ auf den von ihm kürzlich im Internet ersteigerten Ansichtskarten mit Poststempel aus dem Jahr 1910 entdeckt hatte, ist gefunden - es steht immer noch und sieht fast genau so aus wie auf dem Bild vor 109 Jahren. Die geheimnisvolle „Villa Großbüning in Hervest“, die die Vorderseite der anderen Postkarte ziert, bleibt aber weiterhin ein Mysterium.

Rätsel um eines der unbekannten Häuser von alter Ansichtskarte in Dorsten ist gelöst

So sah das Mehrfamilienhaus 1910 aus. © Privat

Zu dem auf der einen Karte abgebildeten Mehrfamilienhaus gingen hingegen mehrere Hinweise in unserer Redaktion ein: Ein Leser vermutete, es müsse sich um das ehemalige „Hotel Calkum“ in Hervest handeln, seinerzeit die „Top-Hoteladresse“ in Dorsten. Doch das erwies sich als Trugschluss. Eine weitere Leserin erklärte, ähnliche Häuser seien für Mitarbeiter der damaligen „Glashütte“ an der Marler Straße/Mozartstraße in der Feldmark gebaut worden – allerdings erst um 1916.

Am alten Postweg

Drei aufmerksame und ganz besonders ortskundige Leser konnten das betreffende Haus allerdings verorten. Es ist das Gebäude Alter Postweg 9 bis 11, das heute zum Teil noch ein nahezu identisches Aussehen aufweist wie damals. Den Balkon gibt es aber nicht mehr, eine Haushälfte wurde ersetzt. Während Wolfgang Burkhardt gemutmaßt hatte, dass der Kirchturm auf dem historischen Bild derjenige der Johanneskirche sein könnte, steht nun fest: Es ist der alte Turm der Agathakirche.

Nun bleibt aber immer noch der Standort der auf der anderen Ansichtskarte abgebildeten „Villa Großbüning“ im Dunkeln. Nicht ein Kenner der Dorstener Ortshistorie, der einen Fingerzeig geben konnte, was es mit dem schönen Haus auf sich haben könnte, kein Leser, der auch nur den geringsten Tipp auf Lager hatte.

Rätsel um eines der unbekannten Häuser von alter Ansichtskarte in Dorsten ist gelöst

Niemand weiß, wo in Dorsten diese Villa gestanden haben könnte. © Privat

Fest steht bislang nur, dass ein Moritz Großbüning laut mehrerer Überlieferungen seinerzeit als Generaldirektor eine Glasfabrik in Gelsenkirchen-Schalke leitete und ein Zweigwerk in Dorsten errichtete, das später von der „Dorstener Glashütte“ übernommen wurde.

Informationen darüber, ob und wo der Industrielle eine Villa in Dorsten baute, die dann seinen Namen tragen sollte, gibt es weder im Internet noch im Stadtarchiv, wo dessen neuer Leiter Martin Köcher sich auch schon erfolglos auf die Suche gemacht hatte.

Nachname nicht zu finden

Nachfahren des im Jahr 1862 in Essen-Freisenbruch geborenen und 1937 in Dortmund verstorbenen Moritz Großbüning lassen sich nicht befragen: Im normalerweise allwissenden Internet finden sich keine lebenden Personen mit dem Nachnamen Großbüning.

Allerdings taucht auf einer Homepage der Name eines Mannes auf, der 1867 ebenfalls in Freisenbruch geboren wurde: Ein Franziskanerpriester namens Leopold Grossebüning, vielleicht ein Bruder von Moritz Großbüning, allerdings mit veränderter Schreibweise des Nachnamens.

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