Rahmen gesprengt

Kirchhellen Im Dorf herrschte am Sonntag der Ausnahmezustand. Grund dafür war aber keine Katastrophe, sondern lediglich der dritte westfälische Oldtimertag.

02.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

500 Fahrzeuge aller Art und über 5000 Besucher ließen Mitorganisator Johannes Haddick sprachlos werden. «Ich habe mit viel gerechnet, aber das hier sprengt jeden Rahmen», meinte er nur Kopf schüttelnd.

Er selbst war, ebenso wie seine Kollegen vom Veteranen-Club komplett überrascht von dem großen Andrang und der Vielzahl an verschiedenen Fahrzeugen. «Vom Gogo bis zum Reisebus ist alles dabei», erklärte er. Einige der Fahrer sind sogar mehrmals gependelt, um gleichzeitig vier bis fünf Autos auszustellen.

So viele Leute wollen aber natürlich auch etwas essen. «Ich danke den Frauen aus unserem Club, die seit heute Morgen im Dauerstress sind», so Haddick.

Und das nicht ohne Grund: Zur Kaffeezeit mussten bereits neue Kuchen gebacken werden, weil die rund 50 Spenden nicht reichten. Für Haddick selbst ging mit diesem Tag ein Traum in Erfüllung. «Es sieht so aus, als hätten wir uns zu einer festen Größe in der Oldtimerszene gemausert», freute er sich.

Volles Programm

Doch nicht nur die Organisatoren hatten Spaß an der Veranstaltung, auch den Besuchern wurde einiges geboten. Für die Kinder wurden beispielsweise Planwagenfahrten angeboten, während sich die Erwachsenen die «Oldies» anschauten. Das älteste Fahrzeug brachte Sebastian Rouleaux aus Bottrop mit: Einen 1926er Ford T. Da versteht es sich von selbst, dass der Besitzer mehr als stolz, auf seinen Wagen ist und natürlich einiges darüber berichten konnte.

«Das ist das erste Auto, was am Fließband hergestellt wurde», erklärte er. Henry Ford habe damals damit für die Massenmotorisierung sorgen wollen. «Jeder Mensch sollte sich ein Auto leisten können», so Rouleaux.

Er selbst hatte das Modell zufällig beim Händler ersteigert und brauchte vier Jahre, um ihn wieder in Schuss zu bringen. Motor, Getriebe, Hinterachse und die obligatorischen Holzspeichen mussten gemacht werden. Dass es mit der Restauration nicht getan war, ist klar. «Jede Stunde die man fährt, schraubt man auch», grinste Rouleaux.

Erstes Auto

Ein Oldie nimmt eben viel Zeit in Anspruch, doch der bewundernde Blick des Publikums entlohnte die Arbeit, die zu einem solchen Hobby dazu gehört.

Der ein oder andere Besucher entdeckte sogar sein erstes Auto unter den Fahrzeugen, was ein großes «Hallo» hervor rief. dzi

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