Die Ratsfraktionen in Dorsten haben, mit Ausnahme der AfD, einen Rettungsplan für die örtliche Beratungsstelle der Verbraucherzentrale entwickelt. © Stefan Diebäcker
Verbraucherzentrale

Ratsfraktionen werfen den Rettungsanker für die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale NRW will möglicherweise alle kleinen Beratungsstellen schließen. Für den Standort in Dorsten ist aber offenbar eine andere Lösung in Sicht.

Beratungsstellen, die weniger als zwei Personalstellen haben, will die Verbraucherzentrale NRW in absehbarer Zeit schließen. Der Grund: Eine ausreichende Beratung sei nicht mehr gewährleistet. Damit fällt auch die Beratungsstelle in Dorsten durchs Raster – eigentlich. Doch für die kleine Niederlassung an der Julius-Ambrunn-Straße bahnt sich eine andere Lösung an.

„Unverzichtbare Arbeit geleistet“

In einem gemeinsamen Antrag für die Ratssitzung am 3. November schlagen CDU, SPD und Grüne, FDP und Die FRAKTION feat. Die Linke vor, dass sich die Stadt künftig an den Personalkosten beteiligt. „Die örtliche Verbraucherzentrale hat in den letzten Jahrzehnten eine ausgezeichnete Arbeit geleistet und ist als Serviceangebot für Verbraucher in Dorsten unverzichtbar.“ Im vergangenen Jahr hat die Verbraucherberatung in Dorsten fast 3.000 Anliegen bearbeitet.

Im nichtöffentlichen Teil der letzten Ratssitzung Ende September hatte die Verbraucherzentrale NRW ihre personellen und finanziellen Zwänge erläutert. In der Dorstener Beratungsstelle müssten unabhängig von der Personalstruktur bei einem Fortbestand neue Zugänge geschaffen werden, außerdem sei die Beratung insgesamt deutlich komplexer geworden.

Wenn die Stadt sich jedoch an den Kosten für eine weitere halbe Stelle beteiligt, kann die Beratungsstelle (derzeit eine Stelle) weiter geöffnet bleiben. Dazu ist die große Ratsmehrheit – die AfD ist vermutlich nicht gefragt worden – bereit.

Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten für eine halbe Stelle

In Zahlen: Die Stadt, so der Vorschlag, der sicherlich mit Bürgermeister und Kämmerer vorbesprochen ist, übernimmt dauerhaft 50 Prozent der Kosten für die halbe Stelle, also etwa 20.000 Euro jährlich. Das ist insofern etwas überraschend, als dass in der Vergangenheit vom ehemaligem Kämmerer Hubert Große-Ruiken stets vor solchen verpflichtenden Ausgaben über einen längeren Zeitraum gewarnt wurde.

Aus Sicht der Ratsfraktionen wird die sogenannte Nachhaltigkeitssatzung nicht berührt, „da es sich nicht um eine Erhöhung des Standards, sondern lediglich um eine Absicherung des Beratungsstandards aufgrund der gestiegenen Komplexität handelt“.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker