Für Karina Möllers fiel die Honigernte insgesamt in diesem Jahr gut aus. Das Jahr sei mit Blick auf die Honigernte ihrer Meinung nach durchwachsen gewesen. © René Arnold
Honigernte

Regenwetter sorgt für schlechte Honigernte: Preise könnten steigen

Das durchwachsene Wetter im Frühjahr hat vielen Imkern die Honigernte vermasselt. Imkerin Karina Möllers aus Dorsten geht davon aus, dass einige Imker nun die Preise erhöhen werden.

Das große Summen ist für dieses Jahr vorbei. Deutschlands Imker haben laut Imkerverbund im Schnitt deutlich weniger Honig eingeholt als in den Vorjahren. Das liegt daran, dass die Bienen wegen des kalten und nassen Wetters im Stock bleiben mussten. „Dazu kommt, dass sie wegen der niedrigen Temperaturen nur wenig Nektar gefunden haben“, erklärt Karina Möllers, Gärtnerin und Industriekauffrau.

Regional gab es dennoch Unterschiede: Die Ernte im Süden und Westen Deutschlands fiel schlechter aus als im Norden und Osten. In ihrer Heimat NRW haben vor allem die tiefen Temperaturen für eine ernüchternde Frühjahrsernte gesorgt. Denn in den meisten Blüten steht erst ab 20 Grad der Nektar. Den dann produzierten Honig haben die Bienen bis zum März für das eigene Volk gebraucht. Teilweise mussten die Imker deutschlandweit sogar zufüttern, um ihre Bienen gesund und vital zu erhalten. Erst ab April konnte Karina Möllers den ersten süßen Saft ernten. Anstatt von vier Ständen habe sie aber nur an einem Bienenstand geerntet. „Im Frühjahr habe ich doch noch sechs Kilogramm ernten können.“

Einige Imker werden Preise erhöhen müssen

Der deutschlandweite Durchschnitt lag laut Deutschem Imkerverbund (DIB) bei 7,4 Kilogramm. In den Sommermonaten konnte sie dafür umso mehr flüssiges Gold sammeln. „Insgesamt habe ich rund 30 Kilogramm ernten können“, sagt die Dorstenerin. Außerdem habe es in der Nähe gutes Wasser gegeben, was für die Honigproduktion nicht uninteressant ist. Wer den Honig in einem DIB-Imker-Honigglas vermarkten will, muss sich an strenge Qualitätsstandards halten. Mit einem maximalen Wassergehalt von 18 Prozent war das für viele Imkerinnen und Imker in diesem Jahr schwierig.

Aus der diesjährigen Tracht könnte es wesentlich weniger deutschen Honig auf Wochenmärkten und in Verkaufsläden geben als zuvor. „Wir werden zum größten Teil Sommerhonig im Sortiment haben“, erklärt Karina Möllers. Weil ihre Ernte in diesem Jahr vergleichsweise gut ausfiel, möchte sie die Preise für ihren Honig in diesem Jahr nicht erhöhen. „Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Imker wegen der ernüchternden Ernte die Kosten angleichen müssen.“ Sie selbst habe gehört, dass die Kosten für ein Honigglas an sich im nächsten Jahr steigen sollen. „Wenn das wirklich eintrifft, werde ich meine Honigpreise auch erhöhen“, sagt die Imkerin.

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