Reiten als Sinneserfahrung

31.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kirchhellen Nicht jeder hat die Traute, sich unvorbereitet auf einen Pferderücken zu stellen. Die Kinder und Jugendlichen der Ferienaktion für Behinderte jedoch waren zum Teil selbst für solche "Experimente" zu haben, die vom ehemaligen Haus der Jugend angeboten werden.

Am Dienstagvormittag durften einige der Jugendlichen zum Heilpädagogischen Zentrum nach Kirchhellen fahren, um neue Erfahrungswerte zu sammeln.

Der 14-jährige Chris ist ganz begeistert von dem Ausflug und mag gar nicht mehr runter vom Pferd. "Das hab ich zum ersten Mal gemacht und ich hatte gar keine Angst", freut er sich. Stolz läuft er umher, gestärkt vom vielen Lob der Betreuer, die ihn während des Ritts begleitet haben.

Damit die Pferde sich bei den Übungen während der Therapiestunden nicht aus der Ruhe bringen lassen, werden sie speziell für solche Zwecke ausgebildet.

Geduldig und gutmütig

"Wichtig ist dabei, dass sie geduldig und gutmütig sind", erklärt die Reittherapeutin Petra Riegel-Friedhoff. Aber nicht nur die Pferde brauchen eine gute Ausbildung, sondern auch die Mitarbeiter des Zentrums. Sie müssen eine dreijährige Ausbildung durchlaufen, die in Blockseminaren stattfindet und außerdem belegen, dass sie reiterliche Qualifikationen besitzen. Neuerdings ist es auch möglich, sich in Kirchhellen ausbilden zu lassen. Dabei lernt man, wie man auf die Kinder und Jugendlichen einzugehen hat und wie sinnvoll Reitstunden geplant und umsetzt werden.

Das Arbeiten mit körperlich oder psychisch Behinderten ist jedoch nicht einfach. Manche haben Angst vor den Pferden. "Der Angst kann man entgegenwirken", sagt Riegel-Friedhoff.

Die 43-Jährige erklärt, dass die Kinder, die ängstlich sind, zunächst keinen Kontakt mit den Pferden haben. Sie sehen sich erstmal nur Pferdebücher an oder malen die stolzen Tiere. Nach und nach kommt dann der Kontakt und das Vertrauen zu den Rössern zustande und einer erfolgreichen Therapie steht nichts mehr im Weg. kw

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