Rettungsdienst in Dorsten wird ausgeweitet - Einsätze werden deutlich teurer

rnMehr Notfallsanitäter

Notfallpatienten in Rhade und Lembeck können aufatmen: Der Rettungsdienst in Dorsten wird ausgeweitet. Aber die Einsätze werden auch deutlich teurer.

Dorsten

, 25.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als zwölf Minuten betrug 2015 die Wartezeit in Rhade oder Lembeck, bis ein Krankenwagen eintraf und Notfallpatienten in den beiden Landgemeinden Hilfe bekamen. In 61 Prozent der Notfalleinsätze in Rhade und in 31 Prozent der Einsätze in Lembeck wurde die Hilfsfrist von zwölf Minuten deutlich überschritten. Das hat der Kreis in seinem Rettungsdienstbedarfsplan 2017 festgestellt und deshalb in Abstimmung mit der Stadt Dorsten eine Ausweitung des Rettungsdienstes für Dorsten und seine Ortsteile beschlossen. Das alles hat seinen Preis.

Der Rat beschäftigt sich Woche Mittwoch (28.11.), 17 Uhr, im Rathaus, mit den Details, die zu einer schnelleren und besseren ersten Hilfe am Bürger in allen Stadtteilen führen sollen. Mehr Stellen für Notfallsanitäter, Weiterbildung für Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern, die Ausweitung von Präsenzzeiten von Einsatzfahrzeugen und zwei statt einem Krankentransportwagen sollen dafür sorgen, dass auch die Menschen in Rhade und Lembeck im Notfall schneller Hilfe bekommen. Eine schlechte Nachricht gibt es: Nicht alle Stellen für Notfallsanitäter konnten besetzt werden.

Elf Stellen sollen 2019 neu besetzt werden

„Im Rettungsdienst sind neue unbesetzte Stellen geplant. Bei den Einsatzkräften sind in den Personalkosten elf Stellen berücksichtigt, die laut Stellenplan im Jahr 2019 neu besetzt werden sollen“, schreibt die Stadt in ihrer Vorlage für den Rat. Der Ausbildung zum Notfallsanitäter ist seit 2017 ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Stadt hat fünf junge Leute im Herbst 2017 eingestellt, die diesen Beruf erlernen. „Es ist beabsichtigt, drei weitere Auszubildende

einzustellen“, kündigt die Verwaltung für 2019 an.

Laut Statistik steigt die Zahl der Notfalleinsätze kontinuierlich. Insbesondere die Rettungswagen wurden 2017 6.130-mal angefordert, in 2018 geht man von 6.330 Einsätzen aus, in 2019 sollen es womöglich mehr als 6.420 Einsätze werden. Das Notfalleinsatzfahrzeug wird ebenfalls rege in Anspruch genommen: Rund 2.230-mal wurde es in diesem Jahr angefordert.

Dieser Trend spiegelt sich laut Rettungsdienstbedarfsplan 2017 allerorten im Kreis wider. Das hat insbesondere auch mit der älter werdenden Gesellschaft zu tun.

Krankenkassen müssen Kosten übernehmen

Abgesegnet sind die neuen Gebühren noch nicht. Denn die Kosten für die Erweiterung des Angebotes sind hoch und müssen von den gesetzlichen Krankenkasse gebilligt werden.

So kostet ein Notfalltransport montags bis freitags von 18 bis 8 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags in einem Radius von 60 Kilometern statt 476 Euro ab dem kommenden Jahr 566 Euro. Krankentransporte von 8 bis 18 Uhr schlagen mit demnächst 515 statt 348 Euro zu Buche. Kassenpatienten zahlen, wenn die Ärzte einen Notfall bzw. notwendigen Krankentransport bescheinigen, zehn Euro. Die Kosten für einen Notarzteinsatz steigen von 463 Euro auf 684 Euro.

Der Einsatzbereich in Dorsten umfasst in Notfallrettung und Krankentransport das gesamte Stadtgebiet Dorsten. In der Notfallrettung ist das Stadtgebiet von Dorsten in zwei Einsatzbereiche aufgeteilt.
  • Die Ortsteile Altstadt, Hervest, Feldmark, Altendorf-Ulfkotte, Hardt, Östrich, und Holsterhausen gehören zum Einsatzbereich der an der Feuer- und Rettungswache stationierten Rettungswagen.
  • Die Ortsteile Lembeck, Wulfen, Deuten und Rhade werden durch den an der Rettungswache Wulfen stationierten Rettungswagen versorgt.
Lesen Sie jetzt