Richterin spricht nach Einbruchsserie von "Riesensauerei"

Täter verurteilt

Auf seinen Beutezügen quer durch Wulfen brach er in Firmengebäude ein. Aber auch in soziale und kirchliche Einrichtungen. "Eine Riesensauerei", meinte Richterin Lisa Hinkers in ihrer Urteilsbegründung, nachdem das Dorstener Schöffengericht den Wulfener zu einer zweijährigen Haftstrafe verdonnerte.

Dorsten

, 14.09.2016, 15:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte war vor gut einem Jahr unter anderem ins Gemeinschaftshaus Wulfen eingestiegen, in die Kita und das Pfarrheim von St. Matthäus sowie in den Keller einer weiteren Kirchengemeinde. Bei seinen Taten agierte der schwer Betäubungsmittelabhängige ziel- und planlos, man kann auch sagen: stümperhaft. Meist musste er seine kriminellen Vorhaben abbrechen - weil er keine Beute fand oder weil er abgeschlossene Türen, Fenster und Schränke gar nicht erst öffnen konnte.

Geldkassette der Frauenhilfe entwendet

Einen Fang machte er vor allem in zwei Fällen: Am Jugendheim von St. Barbara schraubte er eine Überwachungskamera ab. Und nach einem ersten erfolglosen Einbruch bei der Evangelischen Familienhilfe an der Talaue versuchte er es in der nächsten Nacht dort noch einmal - und entwendete eine Geldkassette mit 130 Euro Bargeld, eine Playstation, eine Wii-Konsole, einen Beamer und zahlreiche PC-Spiele.

Vor diesen Taten hatte der Wulfener, der laut ärztlichem Befund unter schweren traumatischen Störungen und psychosomatischen Schmerzen leidet, anderthalb Jahre in Haft gesessen. Als er in ein Programm "Therapie statt Strafe" aufgenommen wurde, die Einrichtung aber nicht die richtige für ihn schien, brach er die Therapie ab.

Angeklagter kann Therapie antreten

Seiner Familie log er vor, er sei offiziell entlassen worden, ließ sich von Mutter und Stiefvater abholen und quartierte sich bei ihnen ein - bis er ein paar Wochen später erneut ins Gefängnis eingeliefert wurde.

Dort hat der Wulfener inzwischen auf eigene Initiative und mithilfe der Anstaltsleitung eine Therapie-Einrichtung aufgetan, die speziell auf sein Krankheitsbild zugeschnitten zu sein scheint. Das Urteil erlaubt ihm nun, dort eine Therapie zu absolvieren. Damit blieb das Schöffengericht unter der Forderung des Staatsanwalts - der hatte nämlich sogar auf eine Einweisung in eine geschlossene Entziehungsanstalt plädiert.

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