Rollt die Tour de France 2017 durch Lembeck?

Radrennen im Ruhrgebiet

Die Tour de France in Dorsten und Lembeck? Klingt wie ein Witz, aber Michael Zurhausen meint es ernst. Der Radsport-Promoter aus Gladbeck will das größte Radrennen der Welt 2017 durch das Ruhrgebiet führen - und passend zum 1000-jährigen Jubiläum auch durch den Lembecker Ortskern.

Lembeck

, 07.01.2016, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die deutschen Sprint-Asse Andre Greipel (r.) und John Degenkolb (l.) könnten 2017 auch durch Dorsten und Lembeck fahren.

Die deutschen Sprint-Asse Andre Greipel (r.) und John Degenkolb (l.) könnten 2017 auch durch Dorsten und Lembeck fahren.

Zurhausen hat bislang mehr als 100 Radrennen in Deutschland organisiert, darunter bereits achtmal die "Nacht der Revanche" in Lembeck. "Die Tour de France ist natürlich eine andere Hausnummer, aber das trauen wir uns zu", sagt Zurhausen, der seit kurz vor Weihnachten an diesem Plan tüftelt. Am 22. Dezember hatte die Tour-Organisation ASO verkündet, dass die Frankreich-Rundfahrt 2017 in Düsseldorf startet. Nach einem Zeitfahren an einem Samstag Anfang Juli soll die zweite Etappe sonntags über rund 200 Kilometer Richtung Holland führen.

Radsport-Stars sollen  kommen

"Gerüchteweise hat sich Arnheim als Zielort beworben", sagt Zurhausen, der in der Radsport-Szene bestens verdrahtet ist. "Die Vereine in den Städten am Niederrhein gehen fest davon aus, dass die Route bei ihnen entlang geht." Doch Zurhausen hat einen anderen Plan: Über Mülheim, Gelsenkirchen, Gladbeck und Dorsten könnte die erste Flachetappe die Radsport-Stars auch nach Lembeck und von dort aus weiter Richtung Holland bringen. Punkten soll das Ruhrgebiet mit seiner Industriekultur. "Das größte Pfund sind aber die Zuschauerzahlen. So viele Menschen wie im Ruhrgebiet kriegt man in ganz Deutschland nirgendwo an die Strecke", betont Zurhausen.

Knackpunkt Finanzen?

In der kommenden Woche hat er einen Termin mit der Tour-Organisation. Knackpunkt könnten die Finanzen werden. Allein die Stadt Düsseldorf lässt sich den Tour-Auftakt stattliche 6,2 Millionen Euro kosten. Geld kann Zurhausen von den klammen Kommunen im Ruhrgebiet nicht erwarten.

Alle Bürgermeister, darunter auch Dorstens Tobias Stockhoff, hätten ihm aber logistische Unterstützung zugesagt. "Zudem werden wir private Sponsoren brauchen, aber bei einem Großereignis wie der Tour de France sollte das möglich sein", glaubt Zurhausen. "Wenn die Bedingungen der Tour-Organisatoren nicht illusorisch sind, werden wir es versuchen."

Radsportverrückte Lembecker

Der Unterstützung der radsportverrückten Lembecker kann sich Zurhausen sicher sein. "Für uns wäre das im Jubiläumsjahr ein Jahrhundertereignis", sagt Friedrich Cosanne, Pressesprecher der Lembecker Interessengemeinschaft (LIG). Angst vor dem Radsport-Zirkus hat er nicht: "Wir haben ja Erfahrung mit Radrennen. Die Tour de France kann kommen."

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