Rostige Gefahr gebannt

Dorsten Der Rastplatz und die Autobahnausfahrt Dorsten-Holsterhausen auf der A31, Fahrtrichtung Emden, wurden gestern für zwei Stunden komplett gesperrt. Grund: 23 Tonnen selbstentzündlicher Braunkohlestaub mussten von einem LKW auf ein anderes Fahrzeug umgeladen werden.

18.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einer Routinekontrolle war der Autobahnpolizei Münster ein Tanklastzug ins Netz gegangen, der sich nach Untersuchung durch die Beamten als nicht verkehrstüchtig erwies. Der Silosattelzug war an elf Stellen stark durchgerostet, der Auflieger 22 Jahre alt. Zu allem Übel hatte der LKW 23 Tonnen Braunkohlestaub geladen. Im wahrsten Sinne des Wortes explosiv ist diese Fracht deswegen, weil sie sich in größeren Mengen und in Verbindung mit Sauerstoff entzünden kann.

Aufwendiges Umladen

Uwe Senkel, Hauptkommissar der Autobahnpolizei Münster, war über den desolaten Zustand des Transporters entsetzt: "Der Hauptrahmen ist durchgerostet, im schlimmsten Fall kann es zu einem Rahmenbruch kommen." Aus diesem Grund untersagten die Beamten dem 30-jährigen Fahrzeugführer, der seine Ladung in Hürth eingeladen hatte und auf dem Weg nach Ledgen war, die Weiterfahrt. Denn: Hätte der nicht verkehrssichere Gefahrguttransporter durch einen Unfall seine Ladung verloren, hätten die großen Mengen Braunkohlestaub sich auf der Straße entzünden können. Im Extremfall wäre es dann zur Explosion gekommen.

Um dieses Szenario zu vermeiden, wurde der Braunkohlestaub noch am Rastplatz auf einen anderen, intakten Tanklastzug der selben Kölner Speditionsfirma umgeladen. Weil die Polizeibeamten auf Nummer sicher gehen wollten, ließen sie den Rastplatz Holsterhausen und damit auch die Ausfahrt für gut zwei Stunden sperren. Geplant waren nur 45 Minuten, beim Umfüllen traten allerdings technische Probleme auf.

Für Einsatzleiter Senkel sind Einsätze wie dieser an der Tagesordnung, bei Routineuntersuchungen fischen er und seine Kollegen fast täglich verkehrsunsichere LKW aus dem Verkehr: "Es ist auffällig, dass die Tanklastzüge zu einem großen Teil in einem schlechten Zustand sind. Mehr als 50 Prozent der Fahrzeuge, die wir anhalten, bleiben stehen."

Stehen bleiben - das musste der durchgerostete Gefahrguttransporter aus Hürth gestern nur so lange, bis seine explosive Fracht abgepumpt war. Auf Fahrzeugführer und -halter wird jetzt nach Angaben von Uwe Senkel ein Bußgeld zukommen. Viel teurer werden das Speditions-Unternehmen allerdings der Verdienstausfall, der Einsatz eines zweiten Fahrzeugs, die Umlade-Aktion und die Kosten für den Einsatz der Autobahnmeisterei kommen. Der defekte LKW muss binnen einer Woche repariert werden. ah

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