Saxofonistin Tini Thomsen überzeugt mit explosivem Jazz

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Während der Bühnenpause geht Tini Thomsen nach draußen. Die Saxofonistin hatte den Zuschauern bis zur Halbzeit bei ihrem Konzert im Leo mächtig eingeheizt, da brauchte sie frische Luft.

Dorsten

, 26.05.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jazz-Fans waren am Freitag im ausverkauften Leo begeistert. Tini Thomsen, eine der besten Saxofonisten Deutschlands und seit Jahren eine Jazz-Instanz, war mit MaxSax angetreten. Vier Vollblutmusiker eroberten die Bühne.

Dass die Musikerin bei den Männern ihres Quartetts kraftstrotzend mit ihrem Rock-Jazz sofort den Ton angab, war kein Wunder. Sie hatte schließlich das größte Blasinstrument. Tini Thomsen zählte den Takt an, die Band spielte los und sie entlockte ihrem Baritonsaxofon, mit durchdringender Präsenz im neuen Bühnenoutfit, explosiv den vollen Tonumfang.

Kraftvoller Sound erfasst den Saal

Ekstatisch, imposant und impulsiv nahm sie ihre Zuhörer für sich ein. Die machten sofort mit, die Füße wippten und der kraftvolle Sound erfasste den Saal. Zwischen den feinen und abwechslungsreichen Jazz-Stücken belohnte das Publikum die Musiker für ihr fulminantes Konzert mit anhaltendem Beifall.

Tini Thomsen führte, ganz Chefin des Quartetts, auf der Bühne musikalisch atemberaubend ihre Mitspieler an der langen Leine. Dabei ließ sie ihnen Platz für die beim Jazz typischen Soli. Tom Trapp entlockte seiner Gitarre den Sound amerikanischer Gitarrengrößen aus den 70ern und Drummer Jost Kroon faszinierte mit seinem dynamischen Trommelwirbel. Das druckvolle Bass-Solo von Mark Haanstra fesselte die Zuhörer und Nigel Hitchcock brillierte mit seinem Saxofon.

Dabei waren Tini Thomsens Mitspieler musikalisch auf Augenhöhe. Ihr Ehemann Nigel Hitchcock spielte mit bzw. für Musiker wie Tom Jones, Mark Knopfler, Ray Charles oder Robbie Williams. Der Amerikaner Tom Trapp an der Gitarre ist ein ausgemachter Frank-Zappa-Fan. Drummer Jost Kroon aus den Niederlanden und sein Landsmann Mark Haanstra am Bass sind in der Jazz-Szene bekannte Größen.

Erster Auftritt mit neuem Saxofon

Für die zierliche Tini Thomsen war am Freitag Premiere: Sie spielte nach 20 Jahren ein neues Saxofon, das trotz seines Gewichts von fast sechs Kilo mit ihr im Konzert „eins wurde“.

Im Gespräch schilderte die Musikerin, die auch international erfolgreich ist und sich soundmäßig an den Großen des Rock und Jazz anlehnt, dass sie nach den Konzerten wieder runter kommen, sich „erden muss“.

Ihr Refugium ist dann ein Bauwagen, der - zum Studio umgebaut - in ihrem Garten steht. Da hat sie die Musik im Blut – und das in nunmehr fünfter Generation. Schon ihre Familienmitglieder waren als Opernsänger oder Musiker auf der Bühne.

Im Alter von 13 Jahren packt sie das Jazz-Fieber

Doch der Auslöser ihrer Affinität zum Saxofon war mit 13 Jahren der Film „Manche mögen‘s heiß“. Tony Curtis schillernd als Jazz Musiker in Frauenkleidern - da war sie sofort Feuer und Flamme für den Jazz. Ihre musikalisch prägenden Jahre verbrachte sie zunächst in Deutschland und dann in den Niederlanden. In Amsterdam studierte sie Musik und nahm ihre erste eigene CD auf.

Und trotz der schweißtreibenden Temperatur im Saal war sie voll des Lobes für ihre Dorstener Zuhörer: „Da ist eine gute Stimmung und die Leute gehen mit“, sagte sie.

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