Schachspiel von einer anderen Welt

Mikhail Zaitsey im Jüdischen Museum

DORSTEN Passionierte Schachspieler hatten am Samstag im Jüdischen Museum die Möglichkeit, sich mit dem internationalen Schachmeister Mikhail Zaitsev im Simultanspiel zu messen.

von Von Hakan Keser

, 29.11.2009, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mikhail Zaitsey nahm es im Jüdischen Museum mit mehreren Spielern auf.

Mikhail Zaitsey nahm es im Jüdischen Museum mit mehreren Spielern auf.

Obwohl sich das Teilnehmerfeld zunächst nur auf einige Mitglieder des Schach-Klubs Hervest beschränkte, entwickelten sich einige Partien zu bemerkenswerten Spielen, die das ganze Können der Hobby-Schachspieler abverlangten. Zu gewinnen gab es neben Sachpreisen wie Musik-CDs auch Schachbücher und jede Menger Erfahrung.

Boris Wolfsohn, Mitglied der jüdischen Gemeinde Recklinghausen und ehrenamtlicher Mitarbeiter für das Jüdische Museum Westfalen, hatte den Kontakt hergestellt. Boris Wolfsohn, der vor 18 Jahren aus St. Petersburg nach Deutschland immigrierte gewann Zaitsev, mit dem er privat befreundet für dieses Turnier. Gegen bis zu 20 Spielern gleichzeitig wäre Zaitsev angetreten, wenn die Tische voll besetzt gewesen wären.

Am Samstag trat er zunächst gegen sechs Spieler gleichzeitig an. Im Turnierraum sah man an den Spielbrettern hochkonzentrierte Spieler, die in der typischen Schachspieler-Pose - Hände an den Schläfen und Tunnelblick auf das Brett - ihre Züge planten, während Zaitsav beinahe im tänzerischen Takt und ruhigen Schritten von Brett zu Brett zog.

Ulrich Schillar, der seit seiner Kindheit Schach spielt, gab sich als einer der ersten dem internationalen Schachmeister geschlagen. "Das war keine Überraschung. Aber es ist was Außergewöhnliches, weil man selten die Möglichkeit, gegen jemanden in dieser Liga zu spielen" gab Schillar an.

Viel Freude gemacht hat das Spiel auch Hartmut Butzert, der einfach eingestehen musste, dass das Spiel von Zaitsev einfach eine andere Welt ist.

Abwarten auf Fortuna hoffen und mit einer französischen Verteidigung im Spiel bei der richtigen Gelegenheit einen entscheidenden Spielzug durchsetzen - das war die Taktik von Thomas Heiming, Vorsitzender des Schach-Klubs Hervest, der Zaitsev ein Remis abringen konnte. "Man kann nur lernen" gab er als Resümee an.

Über die Einnahmen des Turniers, die vollständig als Spende für die museumpädagogische Arbeit des Museum einflossen, freute sich Werner Springer, Vorstandsmitglied im Jüdischen Museum Westfalen.

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