Schauplatz des Schreckens

Wulfen Die Blaue Schule Barkenberg ist ein wunderbares Objekt. Bestens dazu geeignet, einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei als Kulisse für ein Schreckensszenario zu dienen.

11.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den Tipp für den Schauplatz erhielt der Einsatzleiter des SEK Dortmund von einem Teammitglied, das im Raum Dorsten wohnt. «Eine uns unbekannte Örtlichkeit mit vielen Türen und Fenstern, darüber hinaus mit einem großen Raumvolumen ist für unsere Übungen ideal», erklärte der Truppführer gestern in einer Einsatzpause.

Aufgabe der Männer: Szenen eines Amoklaufs abzuspulen. Dabei ging es prinzipiell nicht um eine mögliche Gewalttat in einer Schule, wie der Einsatzleiter betonte. «Dieses Geschehen hätte sich auch in jedem anderen leer stehenden Gebäudekomplex abspielen können.»

Auf Befreiung gewartet

So mimte der Kommandoverband mit verteilten Rollen das taktische Vorgehen im Ernstfall. Mehrere «Opfer» warteten in der Schule auf ihre Befreiung durch die Spezialeinsatzkräfte.

Ihre Aufgabe: Sich möglichst lebensecht zu verhalten, eben wie Menschen, die in einer gefährlichen Situation gefangen sind und daraus erlöst werden müssen.

Immer wieder üben SEK-Kräfte in der Theorie und Praxis insbesondere die Erstürmung von Gebäuden ein, um potenzielle Opfer von Geiselnehmern zu befreien. 50 Prozent ihrer Arbeit gehen dabei für Trainings drauf. «Gestern haben wir noch das Herunterlassen aus einem Hubschrauber geübt, heute ist die Blaue Schule unser Einsatzort», erzählte der Kopf des Teams. Zur Ausrüstung der Männer gehört neben schwerem Spezialgepäck - manchmal mehr als 15 kg - auch der typische anthrazitfarbene Overall, Helme und Sturmhauben - und natürlich Waffen.

Die waren gestern naturgemäß keine scharfen: Mit so genannter FX-Munition, Patronen mit Farbkapseln, nahm das Kommando den «Amokläufer» ins Visier. Jeder Schuss hinterlässt dabei seine Spuren: rote Flecken am reißfesten Zwirn. Im Ernstfall können sie den Tod bedeuten. eng

Die SEK-Beamten legen Wert auf Anonymität. Deswegen werden im Text keine Namen genannt.

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